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Kammersängerin Wilma Lipp mit 93 gestorben Sängerin der Karajan-Zeit

1948 debütierte sie bei den Salzburger Festspielen, 1951 in Bayreuth. 1953 wurde sie jüngste Kammersängerin aller Zeiten an der Wiener Staatsoper. Dort weht nun die schwarze Fahne als Zeichen der Trauer.

Wilma Lipp bei einer Gesangsprobe

Verewigt auf Hunderten von Schallplattenaufnahmen und Dutzenden Schwarz-Weiß-Filmen: Wilma Lipp, 1963 bei einer Gesangsprobe

Die österreichische Sopranistin Wilma Lipp, Kammersängerin und Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper, ist tot. Nach Angaben der Wiener Staatsoper starb sie am Samstag, 26. Januar, im Alter von 93 Jahren in ihrem Haus in Inning am Ammersee. „Wilma Lipp war eine prägende Gestalt des Wiener Mozartensembles nach der Wiedereröffnung der Wiener Staatsoper. Sie war eine der wichtigsten Sängerinnen der Böhm- und Karajan-Zeit sowohl auf der Bühne als auch auf Aufnahmen", so die Staatsoper in ihrem Nachruf.

„Wilma Lipp hat hingebungsvoll vorgelebt, wie man als festes Mitglied an einem Haus künstlerisch aufblühen und parallel dazu eine internationale Karriere aufbauen kann. Wir verneigen uns in Dankbarkeit und Demut vor Wilma Lipp, die vier Staatsopernjahrzehnte künstlerisch vergoldet hat.“ (Der Wiener Staatsoperndirektor Dominique Meyer)

Wilma Lipp wurde 1925 in Wien geboren. Ihr Operndebüt gab sie 1945 als Rosina im Barbier von Sevilla bei einer Freiluftaufführung am Wiener Heldenplatz. Der große Durchbruch gelang ihr 1948 als Einspringerin mit der Königin der Nacht in der Zauberflöte, die mit 128 Aufführungen ihre meistgesungene Staatsopernpartie wurde. Bis zu ihrem letztem Auftritt 1981 an ihrem Wiener Stammhaus sang sie insgesamt 51 Partien in 1.140 Staatsopernvorstellungen.

Erst Sängerin, dann Pädagogin

Außerhalb Wiens führten sie regelmäßige Gastauftritte an die Mailänder Scala, an das Royal Opera House Covent Garden in London, nach Paris, Brüssel, Hamburg, Berlin und München, zu den Bayreuther Festspielen und den Salzburger Festspielen. Nach dem Ende ihrer Karriere als Opernsängerin unterrichtete Lipp bis Ende der Neunzigerjahre am Salzburger Mozarteum.

Wilma Lipp, als Königin der Nacht, 1950 bei den Salzburger Festspielen

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