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Missstimmung Thielemann verweigert Zusammenarbeit mit künftigem Intendanten der Salzburger Osterfestspiele

Wenn der Künstlerische Leiter nicht mit dem künftigen Intendanten zusammenarbeiten möchte, gibt es ein Problem. Vor diesem stehen nun die Salzburger Osterfestspiele mit Dirigent Christian Thielemann.

Dirigent Christian Thielemann anläßlich der Fotoprobe zur Oper "Die Meistersinger von Nürnberg" von Richard Wagner

"Weder wird es daher Planungsgespräche noch sonstige Formen der Zusammenarbeit mit Herrn Bachler geben." (Christian Thielemann zur Zukunft in Salzburg, hier anlässlich der Fotoprobe zur Oper "Die Meistersinger von Nürnberg" von Richard Wagner.)

Am kommenden Wochenende eröffnen die Salzburger Osterfestspiele mit Wagners Meistersingern und Dirigent Christian Thielemann als Musikalischer Leiter. Das wichtigste Thema in Salzburg sind aber Personalfragen. Der Künstlerische Leiter des Festivals, Christian Thielemann (60), schließt laut der österreichischen Zeitung "Standard" vom 6. April, eine Zusammenarbeit mit dem designierten Intendanten, dem derzeitigen Münchner Opernintendanten Nikolaus Bachler, aus.

„Ach, manchmal haben Sie das Gefühl, dass Sie mit Menschen zusammenpassen, und manchmal, dass Sie nicht zusammenpassen.“ (Thielemann in einem Interview der FAZ auf die Frage nach der „antipodischen Situation“ mit Herrn Bachler)

Dem "Standard" liegt ein Brief von Thielemann an die Aufsichtsratsvorsitzende der Festspiele vor, in dem er darauf hinweist, dass er bereits „unmissverständlich deutlich gemacht“ habe und auch eine ausführliche Begründung gegeben habe, weshalb sich eine Zusammenarbeit mit Bachler ausschließe. Bachler soll als Nachfolger von Peter Ruzicka ab 2020 kaufmännischer Geschäftsführer werden und 2022 auch zum Intendanten ernannt werden. Thielemanns Vertrag, seit 2013 im Amt, hat sich dieser Tage automatisch bis 2022 verlängert.

Anpassung als Konfliktlösung?

In einem Interview mit dem ORF gab sich Thielemann aber lösungsorientiert und gesprächsbereit. Er wolle den Konflikt mit Bachler in Ruhe besprechen und die Medien heraushalten. Mit Verweis auf seine aktuelle Opernproduktion zeigte er im Interview eine Lösung auf: „Das lerne ich so aus den Meistersingern von Wagner. Da kommt jemand Fremdes, akzeptiert die Regeln nicht, wird aber dann doch aufgenommen. Er passt sich an, hat aber dann doch seine eigenen Ideen.“

Im Programm

50 Jahre "Herr der Ringe"

Es diskutieren:
Stephan Askani, Lektor Hobbit Presse, Klett-Cotta-Verlag Stuttgart
Prof. Dr. Thomas Honegger, Anglist und Tolkien-Forscher, Universität Jena
Lisa Kuppler, Übersetzerin, Berlin
Gesprächsleitung: Gregor Papsch

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