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Musik und Wirtschaft Musikverlage konkurrieren mit Mahlers Symphonien

Auf der Musikmesse Frankfurt präsentieren die Musikverlage Universal Edition und Breitkopf & Härtel jeweils neue Notenausgaben von Gustav Mahlers Symphonien. Mahlers Enkeltochter hat dazu eine klare Meinung.

Eigenhändige Notenschrift Gustav Mahler, 1. Sinfonie, 4. Satz

Viele der eigenhändigen Notenschriften Mahlers lagern nach Angaben der IGMG in Wien und bilden damit „den Grundstock für die wissenschaftliche Erstellung des musikalischen Notentextes, den die Neue Kritische Gesamtausgabe erarbeitet und der Musikwelt für Praxis und Forschung zur Verfügung stellt." (Im Bild eine Ausnahme: das Autograph lagert nicht in Wien, zeigt aber Auszüge aus dem später "Titan" genannten Werk)

Marina Mahler hält nicht viel von der Neuausgabe der sinfonischen Werke ihres Großvaters Gustav Mahler durch den Wiesbadener Musikverlag Breitkopf & Härtel. In einem Interview auf Einladung des Musikverlags Universal Edition (UE) am 2. April auf der Frankfurter Musikmesse mit dem Titel „Gustav Mahler - Erbe und Zukunft“ sagte sie: „Dirigenten und Orchester, die die kritischen Ausgaben der Universal Edition nicht nutzen, handeln gegen den Willen von Gustav Mahler.“ Zuvor hatte sich bereits die Internationale Gustav Mahler Gesellschaft Wien (IGMG) von der Ausgabe distanziert, da diese „offenbar nicht den Kriterien einer aktuellen wissenschaftlich-kritischen Ausgabe entspricht."

Breitkopf & Härtel hatte anlässlich ihres 300-jährigen Bestehens angekündigt, die Symphonien Gustav Mahlers neu herauszugeben. Die ersten Bände sind mittlerweile erschienen. Zu der Ausgabe der 1. Symphonie erläutert der Verlag nochmals Mahlers Praxis, bei den Aufführungen seiner Symphonien immer wieder Revisionen vorzunehmen. Die Ausgabe lege daher einen „verlässlichen Notentext der zuletzt überlieferten Fassung vor, die Mahler 1910 „corrigirt und für den Neudruck richtig“ befand."

Gustav Mahler und die Wiener UE

Mahlers Symphonien sind auch Bestandteil der „Neuen Kritischen Gesamtausgabe“ der Wiener IGMG, die vor allem im Wiener UE nach und nach erscheinen und an deren Gründung die UE „maßgeblich“ beteiligt war. Für die UE ist nach eigenem Bekunden Gustav Mahler „so etwas wie die DNA“ des Unternehmens, das seit 1909 bereits in Gustav Mahlers Werk investierte, „lange bevor er populär wurde.“ Für die Frankfurter Musikmesse kündigte die UE an, mit dem „Titan“ und der 4. Symphonie zwei neue kritische Ausgaben nach dem Standard der IGMG zu präsentieren.

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Im Programm

Wolfgang Amadeus Mozart:
Violinkonzert A-Dur KV 219
Nicolaj Znaider (Violine)
Symphonieorchester des BR
Leitung: Colin Davis
Giuseppe Verdi:
Te Deum aus "Quattro pezzi sacri"
Masako Goda (Sopran)
Chor des BR
Symphonieorchester des BR
Leitung: Riccardo Muti
Robert Schumann:
Klavierkonzert a-Moll op. 54
Lars Vogt (Klavier)
Münchener Kammerorchester
Leitung: Alexander Liebreich
Gaetano Donizetti:
Wahnsinnsszene der Lucia aus dem 3. Akt der Oper
"Lucia di Lammermoor"
Edita Gruberova (Sopran)
Münchner Rundfunkorchester
Leitung: Gustav Kuhn
Franz Schubert:
Ballettmusik Nr. 1 h-Moll und Nr. 2 G-Dur aus "Rosamunde, Fürstin von Zypern"
Münchner Rundfunkorchester
Leitung: Marc Piollet

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