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Musikstück der Woche mit dem vision string quartet Joseph Haydn: Streichquartett C-Dur op. 76 Nr. 3 "Kaiserquartett"

Gott erhalte … die Gesanglichkeit! 

Hätte Haydn gedacht, dass ein Teil seines "Kaiserquartetts" einmal die deutsche Nationalhymne wird? Wohl kaum! Schade eigentlich, dass das gesamte Werk dadurch oft ins Hintertreffen gerät. Das ehemalige SWR2 New Talent "vision string quartet" spielte es in vollständiger Fassung im Oktober 2016 in Schloss Waldthausen.

Weit mehr als nur eine Hymne

Mit nur fünf Noten zaubert Joseph Haydn ein Lächeln aufs Gesicht, einen Sonnenstrahl ins Gemüt. Es ist der Anfang des so genannten "Kaiserquartetts", eines seiner letzten, großen Werke für vier Streicher. Mit wenigen Noten ist alles gesagt, was gesagt werden muss. Eine kleine Geste, kaum zwei Sekunden lang, aufgebaut aus einfachsten musikalischen Bausteinen. Und doch, oder gerade deswegen, ganz große Kunst.

Warum er ausgerechnet die Anfang 1797 vollendete Hymne auf den Text "Gott erhalte Franz den Kaiser" zum Thema des zweiten Satzes dieses Quartetts gemacht hat? Vermutlich ging ihm der gesangliche Fluss des Lieds nicht aus dem Kopf, der auch den enormen Erfolg der Hymne herbeigeführt haben dürfte. Texte und Nationen wechselten im Lauf der Jahrzehnte und Jahrhunderte. Die Melodie der "Kaiserhymne" blieb.

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