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Ruhm und Ehre Menschenrechtspreis der Düsseldorfer Tonhalle für „Praxis ohne Grenzen“

Üblicherweise erhalten Musiker und Orchester Preise für ihre Leistungen. In Düsseldorf ist dies anders. Hier vergibt die Tonhalle auf Initiative des Dirigenten Ádám Fischer jährlich einen Menschenrechtspreis.

 Der Arzt Uwe Denker aus Bad Segeberg, Gründer von Praxis ohne Grenzen

Gründete 2010 die "Praxis ohne Grenzen": Der Arzt Uwe Denker aus Bad Segeberg

Die medizinische Notfallhilfe „Praxis ohne Grenzen“ hat den Menschenrechtspreis der Düsseldorfer Tonhalle erhalten. Der Preis wurde am Sonntag, 5. Mai, in der Tonhalle im Rahmen eines Menschenrechtskonzerts verliehen. „Gesundheit ist ein Menschenrecht. Ich hoffe, dass die Initiative durch unsere Auszeichnung eine größere Aufmerksamkeit bekommt“, so Ádám Fischer, Chefdirigent der Düsseldorfer Symphoniker und Initiator des Preises. Der Preis wird seit 2016 an Personen oder Organisationen verliehen, die sich im besonderen Maße für die Menschenrechte einsetzen.

Medizinische Versorgung für Menschen ohne Krankenversicherung

„Im Grunde ist das Gesundheitssystem in Deutschland ein Luxusschiff. Aber wir von der Praxis ohne Grenzen arbeiten unter Deck, und da ist ein Leck, da dringt Wasser ein. Dieses Leck muss dringend gestopft werden – nicht morgen oder übermorgen, sondern sofort!“ (Uwe Denker, Gründer von „Praxis ohne Grenzen“)

Im Rahmen von „Praxis ohne Grenzen“ leisten Praxen und Ambulanzen im ganzen Bundesgebiet kostenlos ärztliche Nothilfe für mittellose Patienten und ermöglichen so die Versorgung und Beratung nicht oder nicht ausreichend versicherter Kranker jeder Nationalität. Alle Mitarbeiter sind dabei ehrenamtlich tätig, die Praxis finanziert sich allein durch Spenden.

Dirigent und Kämpfer für Menschenrechte

Der ungarische Dirigent Ádám Fischer (69) engagiert sich seit Jahren für Freiheit und Menschenrechten, die Auswahl des Preisträgers trifft er jedes Jahr persönlich. Bislang wurden die Organisation Ärzte ohne Grenzen (2016), das Flüchtlingscamp Kara Tepe auf der griechischen Insel Lesbos (2017) und der amerikanische Investor George Soros (2018) mit dem Menschenrechtspreis ausgezeichnet. Der Menschenrechtspreis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird von der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Tonhalle gestiftet.

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