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Der Dirigent Leonard Bernstein 1983

Pianist, Dirigent, Komponist, TV-Star, Lehrer, Musikphilosoph ... Leonard Bernstein zum 100. Geburtstag

„Mister Music“ war ganz zu Recht der Spitzname Leonard Bernsteins: Pianist, Dirigent, Komponist, TV-Star, Musikphilosoph, Buchautor, Lehrer – was war dieser temperamentvolle Künstler eigentlich nicht? Am 25. August vor 100 Jahren wurde er in Lawrence, Massachusetts geboren.

Der junge Bernstein – hochbegabt nicht nur am Klavier

Als Junge liebt er alles aus dem Radio oder Grammophon: Jazz, Sinfonik, Oper, Schlager oder jüdische Liturgie. Irgendwann kommt das Klavier von Lennys Tante Clara ins Haus. Der Zehnjährige ist begeistert! Als junger Mann studiert Bernstein Klavier und Komposition, aber auch Musikwissenschaft, Sprachen und Philosophie in Harvard. Serge Kussewitzky, Chef des Boston Symphony Orchestra, nimmt den hochbegabten Bernstein unter seine Fittiche.

Gott sagte: „Nimm Bernstein!“

Leonard Bernstein als  junger musikalischer Leite der New York City Symphony in 1945

Leonard Bernstein als junger musikalischer Leiter der New York City Symphony in 1945

An seinem 25. Geburtstag, erfährt Bernstein: der Dirigent Artur Rodziński interessiert sich für ihn. Bernsteins Erzählung nach habe Rodziński auf der Suche nach einem Assistenten für die New Yorker Philharmoniker, schließlich Gott gefragt, und Gott habe sagte: „Nimm Bernstein.“

Knapp ein Vierteljahr erhält er nach einer durchzechten Nacht morgens um 9 Uhr einen Anruf, in dem er erfährt, dass er am Nachmittag um 15 Uhr für den kranken Bruno Walter in der Carnegie Hall einspringen soll. Das Konzert wird ein Überraschungserfolg! Der Rest ist Geschichte. Als erster Amerikaner und jüngster Dirigent wird Bernstein 1958 Musikdirektor der berühmten New Yorker Philharmoniker.

Mit der „Ode an die Freiheit“ beim Berliner Mauerfall

Der amerikanische Dirigent Leonard Bernstein dirigiert am 25.12.1989 im Schauspielhaus in Ost-Berlin Beethovens 9.Symphonie.

Leonard Bernstein dirigiert im Dezember 1989 in Ost-Berlin Beethovens 9. Symphonie.

Seine „West Side Story“ wird ein Welterfolg – der Film dazu sahnt zehn Oscars ab. Bernstein wird Showman mit unkonventionellen TV-Sendungen, zeigt Groß und Klein auch in seinen „Young People’s Concerts“, wie schön klassische Musik ist. Er dirigiert beim Amtsantritt Kennedys und beim Berliner Mauerfall – dort seine berühmte „Ode an die Freiheit“ anstelle der „Ode an die Freude“ aus dem Finale von Beethovens Neunter.

Bernstein-Ratschläge für Präsident Kennedy

Schon früh setzt sich Bernstein für Menschen- und Bürgerrechte ein, für nukleare Abrüstung, für die Aids-Forschung. Als John F. Kennedy den Musiker in seinen Privaträumen im Weißen Haus empfängt, besetzt Bernstein sofort den Lieblingsschaukelstuhl des Präsidenten und erklärt seinem geduldigen Gegenüber, wie man Amerika am besten regieren könne. Später sagt Kennedy, der einzige Mensch, gegen den er niemals im Wahlkampf antreten wolle, das sei Leonard Bernstein. Aber „der“ ist ja zum Glück „Mister Music“.

Zum 100. Geburtstag von Leonard Bernstein in SWR2:

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