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Musikhochschulen

Neue Landeszentren an den Musikhochschulen in Baden-Württemberg Profile für angehende Profis

Die fünf Musikhochschulen Baden-Württembergs sollen sich spezialisieren.

Es war ein großes Drama, die Diskussion um die Musikhochschulen in Baden-Württemberg. Nachdem der Landesrechnungshof 2012 den Abbau von 500 Studienplätzen gefordert hatte, begann ein beispielloser Diskussionsprozess, der sich über anderthalb Jahre zog. Auf großen Zukunftskonferenzen wurde über die Perspektiven für die Musikhochschulen diskutiert.

Im November letzten Jahres kam dann das überraschende Ergebnis: nicht weniger, sondern mehr Geld für die Musikhochschulen! 28 Millionen Euro mehr für die Jahre 2015 bis 2020. Aber nicht ohne Auflagen. Das Wissenschaftsministerium forderte strukturelle Veränderungen. Am 14. Oktober 2015 wurde in einer Pressekonferenz mit Wissenschaftsministerin Theresia Bauer der Fahrplan für die Hochschulen nun bekannt gegeben.

Die Zahl der Studienplätze wird nicht um 500, sondern letztlich nur um 150 reduziert. Die jungen Leute sollen mehrheitlich als Lehrer und Freiberufler ausgebildet werden, nicht als Solist. Und: Jede Musikhochschule in Baden-Württemberg wird sich künftig mit einem sogenannten Landeszentrum profilieren. Dafür gab es einen Wettbewerb mit einem unabhängigen Expertengremium.

In den fünf Musikhochschulen sollen folgende Zentren gebildet werden:

  • Stuttgart: "campus gegenwart" - Schwerpunkt "Neue Musik".
  • Karlsruhe: Musikjournalismus und Musikinformatik
  • Mannheim: Dirigieren
  • Freiburg: Lehr- und Forschungszentrum Musik
  • Trossingen: Musikdesign

Weitere Änderungen:

Es soll nicht mehr wie bisher an jedem Standort jedes Fach vorgehalten werden. Die Musikhochschulen sollen untereinander klären, welche Professuren aufgegeben oder abgegeben werden. Für die neuen Schwerpunkte gibt es einen Stellenpool, den zum einen die Hochschulen durch Umwidmungen befüllen sollen. Zum anderen stellt das Land fünf Professuren und fünf Mittelbaustellen zur Verfügung, aber befristet auf fünf Jahre.

Die Lehrbeauftragten an den Musikhochschulen werden sukzessive 20 Prozent mehr Vergütung bekommen. Damit nimmt Baden-Württemberg künftig bundesweit eine Vorreiterrolle ein. In einem anderen Punkt hat sich das Wissenschaftsministerium den Alleingang nicht getraut: Studiengebühren für Nicht-EU-Ausländer einzuführen. Da seien zu viele Fragen offen, erklärt Wissenschaftsministerin Theresia Bauer.

Deshalb werden künftig nur nach einem Jahr die Deutschkenntnisse der Studenten und Studentinnen aus dem Ausland überprüft. Wer diese Prüfung nicht besteht, muss gehen. Ob das freilich so streng gehandhabt wird, das wird die Zukunft zeigen.


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