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Kulturschaffende starten Petition für Kunstfreiheit Kunst soll nicht dienen müssen

Politiker, Künstler und Musiker sehen durch die konservativen Regierungen in Österreich, Ungarn und Polen die nationalen Kreativszenen gefährdet. Mit einer Petition soll darauf aufmerksam gemacht werden.

Nicolaus Schafhausen, Direktor der Kunsthalle Wien

Nicolaus Schafhausen, seit 2012 Direktor der Kunsthalle Wien und einer der Kronzeugen der Petition, legt seinen Posten aus politischen Gründen vorzeitig nieder: „Die Wirkungsmächtigkeit von Kunst ist in Zeiten nationalistischer Politik stark eingeschränkt.“

Zahlreiche Kulturschaffende und Politiker aus Deutschland machen sich mit einer Petition für die Freiheit der Kunst stark. „Das Recht auf freie Meinungsäußerung, die Vielfalt und die Freiheit der Kunst in Europa sind in Gefahr“, heißt es in dem auf der Kampagnenplattform Change.org veröffentlichten Text. Zuvor hatten bereits andere Medien berichtet.


Kultur entsteht durch Austausch, nicht durch Abschottung. Sie muss verteidigt, kulturelle Teilhabe gefördert und die soziale Absicherung von Künstler*innen verbessert werden. Kunst ist frei, sie muss nicht gefallen und sie darf nicht dienen.“ (Auszug aus der Petition)

Zu den Erstunterzeichnern gehören unter anderen der Pianist Igor Levit, die Schriftsteller Wladimir Kaminer und Ingo Schulze, die Choreografin Sasha Waltz, die Musikerin Etta Scollo, der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, sowie die Grünen-Vorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck. Bis zum Montagmorgen, 16. Juli, war mit rund 1700 Unterzeichnern das zunächst vorgegebene Ziel von 1500 Unterstützern bereits erreicht.

Deutscher Musikrat unterstützt Petition

Ungarn, Polen und Österreich als warnende Beispiele

Veröffentlicht worden war die sogenannte Brüsseler Erklärung am Freitag, 13. Juli. Die Initiatoren, die beiden Grünen-Bundestagsabgeordneten Claudia Roth und Erhard Grundl, kritisieren, dass rechtsnationale Regierungen in Österreich, Ungarn und Polen versuchten, die Kreativszene für ihre Zwecke einzuspannen. Auch in Deutschland versuchten Vertreter rechtsnationaler und konservativer Parteien, demokratische Werte und die Grundlagen gesellschaftlichen Zusammenlebens mithilfe von Kultur und Kunst zu zerstören.

Im Programm

Richard Wagner:
"Siegfried-Idyll" WWV 103
MDR Sinfonieorchester
Leitung: Christof Prick
Johannes Brahms:
Deutsche Volkslieder WoO 34
Rundfunkchor Leipzig
Leitung: Wolf-Dieter Hauschild
Jan Dismas Zelenka:
Sonate Nr. 4 g-Moll ZWV 181
Ensemble con bravura
Felix Mendelssohn Bartholdy:
Sinfonie Nr. 1 c-Moll op. 11
Mitglieder des Leipziger Streichquartetts
Gerald Fauth, Olga Gollej (Klavier)
Arvo Pärt:
"Credo"
Elena Kashdan (Klavier)
MDR Chor
MDR Sinfonieorchester
Leitung: Kristjan Järvi

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