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Arbeitnehmerrechte Keine Arbeitszeitautonomie für deutsche SängerInnen

Die im Deutschen Bühnenverein organisierten Theaterbetriebe und ihre Angestellten leisten wertvolle Arbeit zu Zeiten, an denen ihre Kunden Freizeit haben. Ihre Angestellten wollen allerdings auch ein Mindestmaß an selbstgewählter Freizeit.

Ein Warnstreik-Hinweis der Gewerkschaft ver.di

Droht bei "fortdauernder Verweigerungshaltung des Bühnenvereins" an den Opern- und Theaterbühnen: Warnstreik

Die Gewerkschaften der Sänger und Tänzer an den deutschen Bühnen sind empört. Wie die Vereinigung deutscher Opernchöre und Bühnentänzer (VdO) am Freitag, 10. Mai, mitteilte, hat der große Tarifausschuss des Deutschen Bühnenvereins (DBV) eine Vereinbarung zur Arbeitszeitautonomie abgelehnt. Zuvor hatte sich eine Verhandlungskommissionen des DBV und der Gewerkschaften darauf geeinigt, dass den Bühnenkünstlern zweimal im Jahr das Recht zusteht, einen selbst-disponierten freien Tag zu nehmen. Der VdO erwägt nun, mit Warnstreiks für seine Forderungen zu kämpfen.

"Diese Entscheidung belässt Bühnenkünstler in einem Grad der Unmündigkeit, die es heutzutage in keinem anderen Bereich mehr gibt. Sie macht deutlich, dass das deutsche Theater mehrheitlich weiterhin von einer rückwärtsgewandten Feudalherren-Mentalität beherrscht wird, die Künstler/innen als Leibeigene sieht. Mit Freiheit der Kunst hat das jedenfalls nichts zu tun." (Tobias Könemann, Geschäftsführer der VdO)

Ohne Einigung bleibt nun die bisherige Regelung bestehen. Diese bedeutet, dass sämtliche BühnenkünstlerInnen an jedem Tag im Jahr dem "alleinigen Bestimmungsrecht der Intendanten über ihre Arbeits- und Freizeit einschließlich des Urlaubs unterliegen.", wie der VdO mitteilt. Die angestellten KünstlerInnen müssen sich also täglich bis 14.00 Uhr selbst bei ihrem Theater informieren, ob und ggf. wie sie am nächsten Tag und am selben Abend eingesetzt werden. Der VdP wollte mit der Neuregelung einen ersten Einstieg in eine begrenzte Arbeitszeitautonomie erreichen.

Im Programm

Tomás Bretón y Hernández:
"En la Alhambra"
Orquesta Ciudad de Granada
Leitung: Juan de Udaeta
Felix Mendelssohn Bartholdy:
Allegro molto aus dem Konzert d-Moll
Rainer Kussmaul (Violine)
Andreas Staier (Hammerklavier)
Concerto Köln
Friedrich II. von Preußen:
"Il re pastore", Sinfonia D-Dur
L'arte del mondo
Leitung: Werner Ehrhardt
Carl Maria von Weber:
Concertino Es-Dur op. 26
Sebastian Manz (Klarinette)
Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR
Leitung: Antonio Méndez
Franz Schubert:
Marsch E-Dur D 819 Nr. 6
Yaara Tal, Andreas Groethuysen (Klavier)
Francesco Maria Veracini:
Violinkonzert A-Dur
Federico Guglielmo (Violine)
L'Arte dell'Arco
Leitung: Federico Guglielmo

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