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Lübecker Brahms-Institut präsentiert Nachlass Joseph Joachims Briefgeheimnis aufgehoben

Joseph Joachims Brief an Clara Schumann vom 10. Januar 1860 oder sein „Aufruf für das Johann-Strauss-Denkmal in Wien“. Dies und vieles mehr ist nun online und digital einsehbar.

Joseph Joachim / Foto 1895

Joseph Joachim, porträtiert um 1895, war Violinist, Dirigent und Komponist, geb. 1831 in Kitsee bei Preßburg, gest. 1907 in Berlin

Im Rahmen eines zweijährigen Erschließungsprojektes wurden 4.500 Briefseiten und weitere Dokumente aus dem Nachlass des Geigers Joseph Joachim digital übertragen und bibliothekarisch erschlossen. Das Brahms-Institut der Lübecker Musikhochschule (MHL) stellte das Digitalisierungsprojekt am 21. März vor und schaltete die digitalisierten Dokumente für die Öffentlichkeit frei. Die historische Dokumente wie Musikautographe, Abschriften, Briefe, Fotografien und Zeitungsausschnitte sind Teil des Nachlasses des Musikers, der im Brahms-Institut an der MHL lagert.

Joseph Joachim war einer der berühmtesten Geiger des 19. Jahrhunderts. Große Komponisten seiner Zeit widmeten ihm Violinkonzerte wie z.B. Antonin Dvorak, Max Bruch und natürlich auch Johannes Brahms mit dem der Geiger eine enge Freundschaft verband. Die Dokumente aus seinem Nachlass ermöglichen nun Einblicke in das persönliche Leben von Joseph Joachim (1831 bis 1907) und geben differenziert Auskunft über das Konzertwesen im deutschsprachigen Raum und England sowie die Interpretationsgeschichte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Musikwissenschaftlich bedeutend sind Joachims vielfache Äußerungen über prominente Komponisten und ihr Werk, so über Robert Schumann, Felix Mendelssohn, Johannes Brahms oder Giuseppe Verdi.

900 Briefe an Freunde, Gönner und Verwandte

Das zweijährigen Projekt zur Erschließung und Digitalisierung wurde im Rahmen des Förderprogramms „Kunst auf Lager“ ermöglicht und großzügig finanziert hat. Herzstück des Nachlasses sind knapp 900 Briefe, die der Geiger vor allem an seinen ältesten Bruder Heinrich und seine Schwägerin Ellen nach London schrieb. Die Briefe werden in ihrer Gesamtheit erstmals veröffentlicht. Nur Auszüge einzelner Schreiben sind bisher in den Joachim-Briefausgaben erschienen.

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