Bitte warten...

Jazztrompeter Tomasz Stańko gestorben Symbolfigur des polnischen Jazz

Miles Davis war sein Vorbild, er selbst ein Star der polnischen Musik und einer der herausragenden Jazzmusiker Europas. Jetzt ist der Trompeter Tomasz Stańko gestorben.

Tomasz Stanko

Auch wegen seines dunkles Tons als „Edgar Allan Poe der Trompete“ bekannt: Tomasz Stańko

Im Frühjahr waren Auftritte von Tomasz Stańko und seiner Band krankheitsbedingt abgesagt worden. Am Sonntag, 29. Juli, ist der polnische Jazztrompeter Tomasz Stańko nun in Warschau nach schwerer Krankheit gestorben. Das teilten seine Familie und der polnische Jazzverband PSJ am Sonntag mit. Stanko wurde 76 Jahre alt. Er gehörte seit den 60er Jahren zu den bedeutendsten Vertretern der Jazz-Avantgarde seines Landes.

Das slawische Melos: SWR2-Nachruf von Günther Huesmann

6:18 min | Mo, 30.7.2018 | 15:05 Uhr | SWR2

Mehr Info

Zum Tod des Jazztrompeters Tomasz Stańko

Eigener Ton

Günther Huesmann

Der polnische Jazztrompeter Tomasz Stańko ist gestorben. Er gehörte zu den Pionieren und originellsten Stimmen des europäischen Free Jazz.



Er war ein weltberühmter Jazztrompeter, Komponist, Bandleader und Mentor für viele junge Musiker“, so erinnerte der Verband PSJ in einem Nachruf auf seiner Facebook-Seite an Stanko. Der polnische Musikjournalist Piotr Baron schrieb auf Twitter, Stanko sei „einer der Gründerväter des polnischen Jazz“ gewesen. Das Münchner Jazz-Label ECM, bei dem Stanko zahlreiche Alben veröffentlichte, nennt auf seiner Webseite die US-Trompeter Miles Davis und Chet Baker als frühe Einflüsse.

Sein letztes Werk: „December Avenue“

In den frühen 70er Jahre trat er mit seinem Tomasz Stanko Quintet ins Rampenlicht bei europäischen Festivals. Sein ECM-Debüt „Balladyna“ (1975) sei „auf beiden Seiten des Atlantiks zur Legende geworden“, so die Plattenfirma. Zuletzt brachte er als Mittsiebziger im Vorjahr das hoch gelobte Werk „December Avenue“ mit dem Tomasz Stanko New York Quartet heraus - für den Jazz-Experten des britischen „Guardian“ eine „Tondichtung, die Gänsehaut hervorruft“.

Weitere Themen in SWR2