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Jazzpianist Muhal Abrams gestorben Multitalent und Impulsgeber

Als junger Pianist hat er Jazzgrößen wie Miles Davis und Sonny Rollins begleitet. Mittlerweile selbst Legende ist Muhal Richard Abrams am 29. Oktober gestorben.

Pianist Muhal Richard Abrams auf dem San Sebastian Jazz Festival 2014

2014 noch zu Gast beim San Sebastian Jazz Festival in Spanien: Muhal Richard Abrams an seinem Instrument

Muhal Richard Abrams war als Komponist genauso Autodidakt wie als Klarinettist und Pianist. 1961 gründete der 1930 geborene Musiker mit sechs anderen Musikern seine Experimental Band, vier Jahre später war er Mitbegründer der Free-Jazz-Vereinigung „Association for the Advancement of Creative Musicians” (AACM). Bekannt war Abrams laut New York Times vor allem für seine „vielfältigen und nicht klassifizierbaren Kompositionen und Improvisationen.“ Wie seine Tochter Richarda Abrams mitteilte, ist er am 29. Oktober in seinem Haus in Manhattan verstorben.

Abrams wurde als Richard Louis Abrams in Chicago geboren. Den Namen Muhal nahm er erst 1967 an - nach eigenen Angaben bedeutet er so viel wie „Nummer eins“. Im Laufe seiner musikalischen Laufbahn wurde Abrams dann vielfach geehrt. Neben einer Ehrendoktorwürde an der Columbia University wurde ihm 1990 der hoch dotierte dänische Jazzpar-Preis verliehen, der als Nobelpreis des Jazz gilt.

Ein Nachruf in SWR2 Cluster


Außer vielen Live-Aufnahmen und Jazz-Alben hinterlässt Abrams auch Kompositionen, die er für Kammerensembles und sinfonische Orchester schuf. Diese wurden unter anderem vom Chicago Symphony Orchestra, dem Detroit Symphony Orchestra und dem Kronos Quartet aufgeführt.

Muhal Richard Abrams' Experimental Band beim Chicago Jazz Festival 2015

Im Programm

darin bis 8.30 Uhr:
u. a. Pressestimmen, Kulturmedienschau und Kulturgespräch

Musikliste:

Iwan Müller:
3. Satz aus dem Klarinettenkonzert Nr. 6 g-Moll
Friederike Roth (Klarinette)
Philharmonisches Orchester des Staatstheaters Cottbus
Leitung: Evan Christ
Wolfgang Amadeus Mozart:
1. Satz aus dem Streichquartett G-Dur KV 156
Hagen Quartett
Ludwig van Beethoven:
1. Satz aus der Klaviersonate G-Dur op. 79
András Schiff (Klavier)
Juan de Anchieta:
Con amores, Musik der spanischen Renaissance
Andrew Maz (Tenorvihuela)
The Terra Nova Consort
Franz Ignaz Beck:
1. Satz aus der Sinfonie G-Dur op. 1 Nr. 5
New Zealand Chamber Orchestra
Leitung: Donald Armstrong
Dorothy Fields / Jerome Kern:
"A fine romance"
Ella Fitzgerald (Vocal)
Louis Armstrong (Vocal) und Ensemble
Edvard Grieg:
1. Satz aus der Klaviersonate e-Moll op. 7
Leif Ove Andsnes (Klavier)
Tony Murena:
Indifference
Rosenberg Trio
Maurice Ravel:
4. Satz aus der Suite "Le tombeau de Couperin"
London Symphony Orchestra
Leitung: Claudio Abbado
Domenico Scarlatti:
Klaviersonate a-Moll K 175
Gianluca Cascioli (Klavier)
Antonio Vivaldi:
1. Satz aus dem Flötenkonzert F-Dur RV 433
Jeremias Schwarzer (Blockflöte)
Holland Baroque Society

Jazz CD der Woche
Carla Bley:
"And on" aus "Life goes on"
Clara Bley (Klavier)
Andy Sheppard (Saxophon)
Steve Swallow (E-Bass)
(Album: "Life goes on" / ECM)

Joseph Haydn:
2. Satz aus der Sinfonie Nr. 22 Es-Dur
Il Giardino Armonico
Leitung: Giovanni Antonini
Anne-Sophie Versnaeyen:
Soirée Hemmingway
Anne-Sophie Versnaeyen und Ensemble
Tomaso Giovanni Albinoni:
4. Satz aus der Flötensonate C-Dur op. 6 Nr. 1
Mario Folena (Flöte)
Ensemble Barocco Padovano Sans Souci
Felix Mendelssohn Bartholdy:
Lied ohne Worte für Klavier B-Dur op. 62 Nr. 2
Murray Perahia (Klavier)
Renaud García-Fons:
Tchahar mezrab
Claire Antonini & Renaud García-Fons