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Erklärung zur Gleichstellung von Frauen im Jazz Jazz soll weiblicher werden

Die Gleichstellung zwischen Männern und Frauen im Jazz sei derzeit nicht gegeben, erklären rund 80 JazzmusikerInnen und Institutionen. Sie fordern Förderprogramme, Quoten und Sprachänderungen.

Die Pianistin Julia Hülsmann

Eine der MitunterzeichnerInnen: Die Jazzpianistin Julia Hülsmann

Anlässlich des am Donnerstag, 11. Oktober, startenden 24. UDJ-Jazzforums in Hannover hat die Union Deutscher Musiker (UDJ) gemeinsam mit zahlreichen ErstunterzeichnerInnen die „Gemeinsame Erklärung zur Gleichstellung von Frauen im Jazz“ veröffentlicht. Die Jazzszene in Deutschland ist nach wie vor maßgeblich von Männern geprägt, so die Erklärung. Laut der Jazzstudie 2016 machen Frauen nur ein Fünftel der JazzmusikerInnen aus. Dies soll sich nach dem Willen der InitiatorInnen ändern.

In der Erklärung wird nicht nur die aktuelle Situation beschrieben, sondern es werden auch konkrete Forderungen formuliert. Diese beziehen sich unter anderem auf die Bereiche Aufklärung und Sensibilisierung, Pädagogik, Förderprogramme, Ämter und Gremien und die öffentliche Darstellung von Frauen und Männern im Jazz.

"Im Ergebnis gibt es derzeit beispielsweise nur eine einzige Instrumental-Professorin für Jazz an einer deutschen Musikhochschule, und das auch erst seit 2018. In den vier Bigbands des öffentlich-rechtlichen Rundfunks spielen aktuell nur zwei Instrumentalistinnen. Dies sind besonders offenkundige Beispiele dafür, dass die Gleichstellung zwischen Männern und Frauen im Jazz derzeit nicht gegeben ist." (Aus der Erklärung)

Frauenquoten für Gremien und den Jazzpreis?

Zu den rund 80 Personen und Institutionen, welche die Erklärung unterzeichneten gehören unter anderem die MusikerInnen Klaus Doldinger, Ulrike Haage, Bernd Konrad, Charlotte Seither, Aki Takase und Nils Wogram sowie der Deutsche Komponistenverband, die jazzahead!, das Jazzfest Berlin und die jazzopen Stuttgart. Die Erklärung soll zum Abschluss des UDJ-Jazzforums in Hannover vorgestellt und konkrete Maßnahmen diskutiert werden. Dabei soll es auch um die Zusammensetzung von Gremien und die Kriterien beim Deutschen Jazzpreis gehen.

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Im Programm

Steve Reich:
Nagoya Marimbas
Katarzyna Mycka, Franz Bach (Marimbafon)
Antonio Vivaldi:
Konzert D-Dur RV 95 "La Pastorella"
Yeojin Han (Flöte)
Chouchanne Siranossian (Violine)
Camerata Villa Musica
Robert Schumann:
Klavierquintett Es-Dur op. 44
Anna Vinnitskaya (Klavier)
Christian Ostertag, Philippe Roy (Violine)
Johannes Lüthy (Viola)
Frank-Michael Guthmann (Violoncello)
John Eccles:
"Restless in thoughts"
Simone Kermes (Sopran)
La Magnifica Comunità
Johan Halvorsen:
Suite ancienne op. 31a
Philharmonisches Orchester Bergen
Leitung: Neeme Järvi
Vincenzo Bellini:
"Norma", Kavatine der Norma (1. Akt), Bearbeitung
Jean-Yves Thibaudet (Klavier)
Gabriel Fauré:
"Pénélope", Prélude
Sinfonieorchester Basel
Leitung: Ivor Bolton
Domenico Scarlatti:
Suite aus Sonaten D-Dur
Claire Huangci (Klavier)

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