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Kulturpolitik Grüne werfen Grütters Einseitigkeit bei Musikförderung vor

Pop, Rock, Jazz und Punk machen einen Großteil der Gegenwartsmusik aus. Die Genres erhalten aber im Vergleich zur Klassik zu wenig finanzielle Förderung von Seiten des Bundes, finden Die Grünen.

Kirill Petrenko und die Berliner Philharmoniker

Erhalten 2018 und 2019 jeweils 7.500.000 Euro aus dem Bundesetat: die Berliner Philharmoniker, hier mit ihrem designierten Chefdirigenten Kirill Petrenko

Die Grünen fordern im Rahmen der Musikförderung des Bundes mehr Geld für Rock, Pop und Jazz. Der Grünen-Kulturpolitiker Erhard Grundl warf Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) am Mittwoch, 27. März, eine einseitige Ausrichtung der Förderung vor. Damit riskiere Grütters, "dass großes Potenzial an musikalischer Vielfalt verloren geht“, kritisierte der Grünen-Politiker.

"Es geht um eine gerechte Wertschätzung aller musikalischen Genres. Und eine Lösung dafür ist: Aufhebung der unsinnigen Unterscheidung zwischen E + U-Musik in der Förderung." (Erhard Grundl, Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion für Kulturpolitik und von 1991 bis 2017 Vertriebsmanager in der Independent Musikindustrie)

Hintergrund ist die Antwort der Bundesregierung vom 19. Februar 2019 auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion. Demnach wurden 2018 nur 1,22 Prozent des Gesamtetats für Rock, Pop, Hip-Hop, Elektro und Jazz ausgegeben. 2019 solle der Anteil sogar auf nur 1,01 Prozent sinken. Demgegenüber werden aus dem Etat der Kulturstaatsministerin jährlich mehrstellige Millionenbeträge zur Förderung der klassischen Musik ausgegeben.
So wird allein das Beethoven-Jubiläum 2019 mit 16,4 Millionen Euro mitfinanziert. Unterstützung finden beispielsweise auch 2019 die Bayreuther Festspiele (2,8 Mio. Euro), die Rundfunk-Orchester und Chöre GmbH (13,1 Mio. Euro) oder die Europa Chor Akademie in Bremen (1,07 Mio. Euro).

Dienen Proberäume einem kulturellen Zweck?

"Zeitgenössische populäre Musik ist identitätsfördernd, prägt Lebensgefühle und muss aktiv praktiziert werden", erklärte Grundl zum Ungleichgewicht. Die Knappheit von Proberäumen und die Verdrängung von Clubs, die nach Ansicht der Bundesregierung keinem kulturellen Zweck dienen, stellten dafür aber ein großes Hindernis dar. Grundl forderte ein Gesamtkonzept. Dabei müssten "die unterschiedlichen Genres gleichwertig unterstützt werden".

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