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Staatsoper Hamburg sucht Geflüchtete für Serebrennikow-Inszenierung Freiheitsoper mit Geflüchteten

Opernprojekte mit Flüchtlingen haben nach wie vor Konjunktur. In Hamburg wird die kommende Nabucco-Inszenierung mit Geflüchteten zusätzlich noch mit dem Engagement von Kirill Serebrennikow verbunden, dessen Hausarrest eine Flucht unmöglich macht.

Operninszenierung mit syrischen Flüchtlingen

Auch in Stuttgart wurden bereits Opern mit Geflüchteten inszeniert, wie 2014 Mozarts "Cosi fan tutte" mit syrischen Bürgerkriegsflüchtlingen im Theaterhaus in Stuttgart. Die 20 Geflüchteten traten bei dem Opernprojekt als Statisten auf der Bühne und im Opernchor auf.

Die Staatsoper Hamburg sucht Geflüchtete zur Mitwirkung in einer Neuproduktion von "Nabucco" von Giuseppe Verdi. Inszenieren wird die Oper der russische Regisseur Kirill Serebrennikow, der seit Sommer 2017 in Moskau unter Hausarrest steht. Der international renommierte Regisseur hatte der Staatsoper bereits zeitig über seinen Assistenten eine ausgearbeitete Regie und Ausstattung zukommen lassen, außerdem steht er per Videobotschaften mit dem Team vor Ort in Kontakt.

"Wir geben die Hoffnung nicht auf, dass er die Inszenierung noch vor Ort leiten kann", sagte Pressesprecher Michael Bellgardt am Montag, 7. Januar. Premiere der Oper ist am 10. März - zur Eröffnung der Italienischen Opernwochen 2019. Dirigieren wird die geplanten sieben Vorstellungen Paolo Carignani, Spezialist für italienisches Repertoire. Die Proben sollen am 30. Januar beginnen.

Seit August 2017 unter Hausarrest

Serebrennikow ist in Russland der Unterschlagung angeklagt und steht seit 17 Monaten unter Hausarrest, nachdem zuvor bereits sein Pass eingezogen wurde. Die Anklage wirft ihm vor, bei einem Theaterprojekt 133 Millionen Rubel (ca. 1,7 Millionen Euro) staatlicher Zuschüsse unterschlagen zu haben. Der 49-jährige Opern- und Filmregisseur bestreitet jede Schuld und kritisierte die Ermittlungen als politisch motiviert.

Im Programm

Janine Jansen (Violine)
Alexander Gavrylyuk (Klavier)
Robert Schumann:
Sonate für Violine und Klavier Nr. 1 a-Moll
Clara Schumann:
3 Romanzen für Violine und Klavier op. 22
Johannes Brahms:
Sonate für Violine und Klavier Nr. 2 A-Dur op. 100
(Konzert vom 14. Mai in Weingarten)

Johanna Bartz (Traversflöte)
Liam Byrne (Viola da Gamba)
Elina Albach (Cembalo)
Frühbarocke Kammermusik frei nach dem Roman "Utopia" von Thomas Morus
(Konzert vom 12. Mai in Meersburg)

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