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Das Freiburger Barockorchester

30 Jahre Freiburger Barockorchester | Jubiläumskonzerte Einstimmung auf den Generationswechsel

Zum Ende der Jubiläumssaison feierte das Freiburger Barockorchester sein 30-jähriges Bestehen noch mal mit einer Serie von Konzerten: am 11. Juni in Berlin, am 12. Juni in Stuttgart und am 13./14. Juni in Freiburg. Das Konzertprogramm spiegelte das Thema "Generationswechsel" auf verschiedenen Ebenen. Am Ende stand Beethovens Neunte. Der SWR2 Mitschnitt vom 13. Juni kann online nachgehört werden.

Die noch amtierende künstlerische Doppelspitze im Gespräch

14:09 min

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30 Jahre Freiburger Barockorchester

Petra Müllejans und Gottfried von der Goltz

Doris Blaich

Das Freiburger Barockorchester hat keinen Dirigenten. Petra Müllejans und Gottfried von der Goltz leiten das Orchester von der ersten Geige aus – im Wechsel. Doris Blaich hat sich mit den beiden über die Vorteile einer künstlerischen Doppelspitze und ihren jeweiligen Führungsstil unterhalten.


Generationswechsel

Am 8. November 1987 präsentierte sich eine Gruppe enthusiastischer Musikerinnen und Musiker aus dem Umfeld der Freiburger Hochschule für Musik in der Burgheimer Kirche in Lahr zum ersten Mal in einem Konzert unter dem Namen Freiburger Barockorchester. 30 Jahre später wächst spürbar eine neue Generation von Mitgliedern nach. Das Freiburger Barockorchester macht dies zum Ende seiner Jubiläumssaison 2017/2018 mit einem besonderen Konzertprogramm zum Thema.

Einmal werden Werke von Komponisten aus drei verschiedenen Generationen gespielt: von Georg Philipp Telemann, Carl Philipp Emanuel Bach und Ludwig van Beethoven. Zum anderen ist die künstlerische Doppelspitze, derzeit noch bestehend aus Petra Müllejans und Gottfried von der Goltz, zusammen mit Kristian Bezuidenhout in einem Konzert gemeinsam auf der Bühne zu hören und zu sehen. Kristian Bezuidenhout wird Petra Müllejans in der nächsten Saison ablösen.


Vom Studentenorchester zum Global Player

Das Freiburger Barockorchester, das mit seinem charakteristischen Sound längst auch die Musik des Sturm und Drang, der Klassik und der Romantik zum Leben erweckt und sogar neue Werke zeitgenössischer Komponisten zur Uraufführung bringt, zählt heute weltweit zu den renommiertesten Originalklang-Ensembles.

Für die New York Times bilden die mehrfach mit prominenten Preisen ausgezeichneten Freiburger Barocker jedenfalls das Orchester „mit dem lebendigsten Klang“: ein international gefragtes Spitzenorchester, das inzwischen als Global Player in den bedeutendsten Konzert- und Opernhäusern der Welt gastiert und mit über einhundert Auftritten pro Jahr in allen Erdteilen als einer der wichtigsten Botschafter der historisch informierten Musik unterwegs ist.


Aus einer Schnapslaune heraus entstanden

Was die jungen Leute zu Beginn verband, das war erstens die kompromisslose Leidenschaft, mit der sie sich für das historisch informierte Musizieren auf alten Instrumenten engagierten – nicht selten gegen den erklärten Willen ihrer Professoren. Und das war zweitens der gemeinsame Wunsch, in einem freien Ensemble zu musizieren, unabhängig von den Zwängen musikalischer Institutionen, um selbständig über Repertoire und Interpretation entscheiden zu können, ohne Dirigenten, ohne Chef, ohne gewerkschaftlich geregelte Dienst- und Probenpläne.

Keiner von ihnen hätte sich damals träumen lassen, was sich aus diesem studentischen Experiment entwickeln sollte, das ursprünglich der Schnapslaune einer Silvesterfeier in einer Freiburger Musiker-WG entsprungen war. Denn das Konzert in der Burgheimer Kirche mit für damalige Ohren überaus temperamentvoll vorgetragenen Suiten und Concerti von Lully, Corelli und Muffat, von Wassenaer und Purcell geriet zum fulminanten Beginn einer außergewöhnlichen Erfolgsgeschichte

YouTube-Video: Das FBO spielt Bachs Brandenburgische Konzerte

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