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Kunstbetrieb Frankfurter Schirn wird für Ausstellung zum Konzertsaal

In Frankfurt kommen ab Juni Musik und Sound ins Museum. Ein tagesaktuelles Liveprogramm mit renommierten MusikerInnen soll dafür sorgen, dass in der Ausstellung "Big Orchestra" die skulpturalen Instrumente aktiviert und bespielt werden.

Carsten Nicolai, Bausatz Noto, 2015, Exhibition view, Vinyl Factory, London, 2015

Mit dem "Bausatz noto" von Carsten Nicolai steht ein Soundarchiv zur Verfügung, das auf Schallplatten gepresst ist. Turntables und Kopfhörer ermöglichen es den Besuchern, die Soundloops der Vinylplatten in immer neuen Variationen zu Tracks zusammenzufügen.

Die Frankfurter Kunsthalle Schirn präsentiert vom 19. Juni bis 8. September internationale Positionen zur Klangkunst (sound art). Die Gruppenausstellung "Big Orchestra" versammele Werke von 16 zeitgenössischen Künstlern, die zwischen Skulptur oder Installation und Musikinstrument angesiedelt seien, teilte die Kunsthalle am Donnerstag, 2. Mai, mit. Die Arbeiten stammten unter anderen von Doug Aitken, Guillermo Galindo, Hans van Koolwijk, Caroline Mesquita, Rie Nakajima, Carsten Nicolai, Pedro Reyes und Naama Tsabar.

"Sound ist ein zentraler Bestandteil der zeitgenössischen Kunst. Dennoch stehen Musikinstrumente, die gleichsam Skulpturen sind, für eine noch relativ unbekannte, junge Entwicklung in der Gegenwartskunst." (Kunsthalle Schirn)

"Mit 'Big Orchestra' fügt die Schirn vorangegangenen Sound-Ausstellungen einen zentralen Aspekt hinzu und rückt die Produktion von Sound in ihrer Gesamtheit ins Zentrum", erläuterte Schirn-Direktor Philipp Demandt. Das Spiel auf den skulpturalen Instrumenten stehe im Mittelpunkt der in ständiger Veränderung begriffenen Schau. Während der Laufzeit werde die Schirn temporär zu einem Konzertsaal, in dem die Arbeiten aktiviert und zum Klingen gebracht würden. Auch die Künstlerinnen und Künstler ließen in Performances ihre Arbeiten ertönen.

"Die Verschiebung vom Visuellen zum Akustischen in der Gegenwartskunst ist weniger peripher als oftmals angenommen – vielmehr ist eine Ausstellung ohne Sound die Ausnahme. Gleichzeitig führt diese Veränderung in der Rezeption selten über eine Fußnote hinaus. Und das, obwohl der Sound die Betrachter nicht nur lenkt, sondern die Wahrnehmung von Kunstwerken grundlegend bestimmt." (Matthias Ulrich, Kurator der Ausstellung)

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