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Hymnenfrage Eislers Kinderhymne als deutsche Nationalhymne?

Deutschland diskutiert mal wieder seine Nationalhymne. Dabei geht es vor allem um den zugrundeliegenden, pathetischen, Text. Ob die Kompositionen von Joseph Haydn oder Hanns Eisler besser geeignet sind, wird dabei nicht hinterfragt.

Eisler, Hanns Komponist, 1953

Der Hymnenkomponist - Hanns Eisler vertonte sowohl die Kinderhymne von Bert Brecht als auch die offizielle DDR-Nationalhymne "Auferstanden aus Ruinen" von Johannes R. Becher.

Der evangelische Theologe und frühere DDR-Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer unterstützt den Vorschlag von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) für eine neue Nationalhymne. Im Mitteldeutschen Rundfunk hat er sich dafür ausgesprochen, die Kinderhymne von Bertolt Brecht zur neuen Nationalhymne zu machen. Für ihn sei es "ein großer Fehler gewesen, nach der Wiedervereinigung den Vorschlag des Runden Tischs der DDR nicht aufzugreifen" zugunsten dem von Hanns Eisler vertonten Brechtgedicht auf die beiden deutschen Hymnen zu verzichten.

"Kinderhymne lässt sich gut singen"

Schorlemmer argumentierte, dass drei große Kriege mit dem "schrecklichen Pathos" des Textes von Hoffmann von Fallerslebens "Deutschland, Deutschland über alles..." geführt worden seien. Deswegen sei es gut, sich Brechts Hymne anzuschauen, die 1950 entstanden sei. Dieses Lied lasse sich sehr gut singen und fasse alles zusammen, worauf sich die Deutschen verständigen könnten. Schorlemmer kritisierte auch die Aussage von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), wonach es Wichtigeres gebe, als eine Debatte um die Nationalhymne. "Wichtigeres als das, was in der Hymne von Brecht ausgesprochen wird, gibt es nicht", so Schorlemmer. Diese große pazifizierende Tradition müsse aufgenommen werden, um darin die deutsche Identität zu finden.

Seit 1952 ist die dritte Strophe des von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben verfassten "Liedes der Deutschen" die Nationalhymne der Bundesrepublik, mit der Melodie des Kaiserliedes des österreichischen Komponisten Joseph Haydn. Die als Alternative vorgeschlagen Kinderhymne von Bertolt Brecht wurde 1950 von Hanns Eisler vertont. Von Brecht war sie im Nachkriegsdeutschland als Reaktion auf das Deutschlandlied und den Text der DDR-Hymne verfasst worden.

Hamburger GewerkschafterInnen singen Eislers Kinderhymne

Im Programm

Tomás Bretón y Hernández:
"En la Alhambra"
Orquesta Ciudad de Granada
Leitung: Juan de Udaeta
Felix Mendelssohn Bartholdy:
Allegro molto aus dem Konzert d-Moll
Rainer Kussmaul (Violine)
Andreas Staier (Hammerklavier)
Concerto Köln
Friedrich II. von Preußen:
"Il re pastore", Sinfonia D-Dur
L'arte del mondo
Leitung: Werner Ehrhardt
Carl Maria von Weber:
Concertino Es-Dur op. 26
Sebastian Manz (Klarinette)
Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR
Leitung: Antonio Méndez
Franz Schubert:
Marsch E-Dur D 819 Nr. 6
Yaara Tal, Andreas Groethuysen (Klavier)
Francesco Maria Veracini:
Violinkonzert A-Dur
Federico Guglielmo (Violine)
L'Arte dell'Arco
Leitung: Federico Guglielmo

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