Bitte warten...

Musikinstrumente Eberhard Schoeners Synthesizer Moog IIIp kommt ins Deutsche Museum

Der Moog IIIp ist eines der ersten Geräte seiner Art, mit denen eine neue Ära der Musik eingeläutet wurde. Mit der Tastatur des "Moogs" wurde von den Beatles ihr Abbey-Road-Album eingespielt. In München ist der Synthesizer ab sofort im Museum zu sehen.

Eberhard Schoener mit dem Konzeptkünstler und Musiker Dieter Meier

Die Legenden unter sich: Komponist Eberhard Schoener (l.) mit dem Moog IIIp und dem Konzeptkünstler und Musiker Dieter Meier (Sänger des Elektropopduos "Yello") bei der Präsentation des Instruments im Deutschen Museum

Die Musikinstrumentensammlung des Deutschen Museums hat einen prominenten Neuzugang vorzuweisen. Der Dirigent und Komponist Eberhard Schoener (81) hat dem Museum in München gestern, 16. Mai, sein Exemplar des Synthesizers Moog IIIp übergeben. Das Instrument sei ein Stück Musikgeschichte, wie das Deutsche Museum mitteilte. Es handelt sich dabei um den ersten Synthesizer dieses Typs, der 1969 durch Eberhard Schoener nach Deutschland kam. Das historische Instrument ist immer noch spielbar und trotz seiner Größe sogar tragbar – das „p“ steht für portable.

"Wir freuen uns sehr, heute ein großartiges Stück Musikgeschichte für unsere Sammlung zu bekommen. Ohne den Moog-Synthesizer wären viele musikalische Entwicklungen in den Sechziger- und Siebzigerjahren gar nicht möglich gewesen. Er markiert den Beginn einer neuen musikalischen Ära." (Wolfgang M. Heckl, Generaldirektor des Deutschen Museums)

Eberhard Schoener wurde 1968 durch die LP „Switched-On Bach“, auf der das 3. Brandenburgische Konzert von J. S. Bach im Moog-Sound zu hören war, auf das neue Instrument aufmerksam. "Ich sah vor allem die Möglichkeit, damit neue Klangwelten zu entwickeln, gespielt zu kombinieren und zu erweitern“, sagt Schoener zu der Idee, mit der Nachahmung von Instrumenten einen neuen Sound zu schaffen.

Die Reise in Moogs Garage

Schoener reiste in die USA zu Synthesizer-Erfinder Robert A. Moog, in dessen Garage drei Techniker aus vielen Bauteilen die Synthesizer zusammensetzten. Die Nachfrage war riesig, „doch Moog erklärte sich bereit, den nächsten großen Synthesizer mit Sequenzer für mich zusammenbauen zu lassen“, erzählt Schoener. Damals kamen verschiedene Module und Transistoren aus Studios oder von Musikern zurück, u. a. von den Beatles. Deren Keyboard wurde dann Teil von Schoeners erstem Moog.

Der Moog IIIp als Exponat früher elektronische Instrumente

Der Moog IIIp gehört im Deutschen Museum nun zu einer einzigartigen Sammlung früher elektronischer Instrumente, zu der auch das Studio von Oskar Sala und das Siemens-Studio für elektronische Musik gehören. Musikinstrumente-Kuratorin Silke Berdux ist über den Neuzugang sehr glücklich: „Der Moog IIIp ist ein herausragendes Exponat. Er erschloss Ende der 1960-er Jahre eine neue Klangwelt und steht für Klänge, die die Musik einer Zeit geprägt haben.“
Der Moog III war zwar ein erfolgreiches Produkt, aber so teuer, dass ihn sich nur Stars leisten konnten. Schoener arbeitete mit seinem Moog mit Weltstars wie Sting, den Musikern von Deep Purple, Tangerine Dream und Alan Parsons Project zusammen und prägte mit dem progressiven Instrument den Sound der 70er- und 80er-Jahre.

Im Programm

Johann Sebastian Bach:
Tripelkonzert a-Moll BWV 1044
Katy Bircher (Flöte)
Manfredo Kraemer (Violine)
Lars Ulrik Mortensen (Cembalo)
Concerto Copenhagen
Johannes Brahms:
Klaviertrio C-Dur op. 87
Wiener Klaviertrio
Johann Nepomuk Hummel:
"Das Zauberschloß", Suite
London Mozart Players
Leitung: Howard Shelley
Gabriel Fauré:
Streichquartett e-Moll op. 121
Quatuor Ébène
Antonín Dvořák:
"Die Waldtaube" op. 110
Berliner Philharmoniker
Leitung: Simon Rattle

Weitere Themen in SWR2