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Opernkritik | "Don Pasquale" in Stuttgart Vorletzte Premiere von Jossi Wieler

Endspurt an der Staatsoper Stuttgart: Der scheidende Intendant Jossi Wieler bringt die tragische Komödie "Don Pasquale" auf die Bühne. Es ist die vorletzte Premiere mit seinem Regiepartner Sergio Morabito in dieser Spielzeit und sie wird mit Begeisterung aufgenommen.


Jossi Wieler verlegt den italienischen Opernklassiker "Don Pasquale" in die moderne Gesellschaft, in der Beziehungskisten auch mal über Handybotschaften ausgetragen werden. Ihn interessiert besonders die Tragik der Geschichte des begüterten alten Mannes Don Pasquale, der auf eine bitterböse Intrige und auf eine deutlich jüngere Frau hereinfällt. In der Titelrolle des liebestollen und letztlich wieder enttäuschten Mannes überzeugt der Italiener Enzo Capuano (Bass).

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Premiere von "Don Pasquale" in Stuttgart

Die Inszenierung in Bildern

Der zweieinhalbstündige Abend dreht sich darum, dass der kinderlose Don Pasquale seinen Neffen Ernesto enterben will, weil dieser Norina (Ana Durlovski) heiraten möchte – eine andere als die für ihn ausgewählte Frau. Als Ernesto überrascht am insgesamt mit großer Begeisterung gefeierten Premierenabend der rumänische Tenor Ioan Hotea, eine Stimme voller Optimismus.

Ana Durlovski herrlich komisch

Als Star des Stuttgarter Ensembles sorgt Ana Durlovski in ihrer zweiten Rolle des Abends als fluffige Rüschenbraut Sofrina ganz in Rosa für Lacher. Sie dient sich Don Pasquale als nervöse Jungfrau aus einem Kloster an und entpuppt sich als Femme fatale, die den alten "Opa" Pasquale nach Strich und Faden ausnimmt, bis der es satt hat. Der Heiratsschwindel fliegt auf, sie gibt sich als Norina zu erkennen – und kommt zu ihrem Ernesto. Durlovski ist da stellenweise so herrlich komisch, dass sich mancher Zuschauer vor Lachen kaum wieder einkriegen konnte.

Die Sängerin aus Mazedonien glänzt nicht nur in diesen urkomischen Momenten mit darstellerischer Höchstleistung. Mit ihrer lebenslustigen Sopranstimme meistert sie anscheinend mühelos verschiedene Frauenbilder.

Im Programm

darin bis 8.30 Uhr:
u. a. Pressestimmen, Kulturmedienschau und Kulturgespräch

Musikliste:

Charles Avison:
2. Satz Allegro aus dem Concerto grosso Nr. 1 A-Dur (nach D. Scarlatti)
Brandenburg Consort
Leitung: Roy Goodman
Antonio Rosetti:
3. Satz Rondo aus dem Bläserquintett
Ensemble Carion
Max Bruch:
2. Satz aus dem Konzert für Klarinette, Viola und Orchester e-Moll
Sharon Kam (Klarinette)
Ori Kam (Viola)
Sinfonia Varsovia
Leitung: Gregor Bühl
Gabriel Fauré:
Le pas espagnol aus "Dolly", Suite für Klavier zu 4 Händen op. 56 Nr. 6
Piano Duo Anna & Ines Walachowski
Christian Cannabich:
1. Satz Allegro aus der Sinfonie Es-Dur
Concerto Köln
Sting:
Englishman in New York
Singer Pur
Antonin Dvorák:
Humoresque, bearbeitet von Art Tatum
Steven Mayer (Klavier)
Stefano Landi:
Passacaglia della vita für Barockensemble
Ensemble Caprice
Leitung: Matthias Maute
Niccolò Paganini:
5. Satz Rondo aus dem Gitarrenquartett Nr. 15, bearbeitet für Saxophon und Klavier
Raaf Hekkema (Saxophon)
Hans Eijsackers (Klavier)
William Boyce:
1. Satz Allegro aus der Sinfonie D-Dur op. 2 Nr. 5
Aradia Ensemble
Leitung: Kevin Mallon
Giovanni Girolamo Kapsberger:
Kapsberger
Los Otros
Ludwig van Beethoven:
3. Satz Scherzo aus der Sinfonie Nr. 2 D-Dur
Gewandhaushausorchester
Leitung: Riccardo Chailly
Luis Borda:
Milonguera
Saxofourte
François Schubert:
"Die Biene" op. 13 Nr. 9. Bagatelle, Bearbeitung
Daniel Ottensamer (Klarinette)
Mozarteumorchester Salzburg
Fazil Say:
Alla turca Jazz op. 5b
Fazil Say (Klavier)
Jean-Baptiste Barrière:
3. Satz aus der Sonate à deux für Violoncello und Kontrabaß G-Dur
Cello Duello
Mateo Albeniz:
Klaviersonate D-Dur, bearbeitet für Harfe
Xavier de Maistre (Harfe)

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