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2,9 Millionen aktive Musizierende in Deutschland Auslaufmodell Kirchenchor?

Hunderttausende Laien singen in deutschen Kirchenchören oder sind aktive BlasmusikerInnen. Die Anzahl ist allerdings leicht rückläufig - besonders bei den Kirchenchören.

Chor im Dom

Der Mainzer Domchor - einer von 13.530 katholischen Kirchenchören

In den Verbänden des instrumentalen und vokalen Amateurmusizierens waren zuletzt rund 2,9 Millionen Menschen in Deutschland aktiv. Dies geht aus einer aktuellen Erhebung des Deutschen Musikinformationszentrums (MIZ) für die Jahre 2017/18 hervor. Damit hat sich die Zahl im Vergleich zu den Jahren 2015/16 um fast 60.000 aktiv Musizierende reduziert. Verursacher des Rückgangs sind vor allem die Kirchenchöre: Im Vergleichszeittraum gibt es fast 2.000 Chöre weniger bzw. mehr als 50.000 aktive Sängerinnen und Sänger weniger.

Nach Angaben des MIZ spiegeln die Zahlen trotzdem „erneut den enormen Stellenwert, den das Amateurmusizieren als gesellschaftliche Kraft in Deutschland einnimmt.“ Mit etwa 2,1 Millionen gehört der Großteil den Chorverbänden an, die insgesamt 73 Prozent der aktiven Verbandsmitglieder organisieren. Die Gesamtzahl ist allerdings rückläufig - die weltlichen Verbände konnten den Rückgang im Kirchenchorbereich nicht kompensieren.

Blasmusik am beliebtesten

Auch die Anzahl der verbandlich organisierten Instrumentalensembles und deren Mitglieder ist leicht rückläufig. Mit 769.000 aktiven Verbandsmitglieder des instrumentalen Amateurmusizierens spielen in Akkordeonorchestern, Sinfonie- und Streichorchestern, Zupforchestern und Zithermusikgruppen sowie in verschiedenen kirchlichen Instrumentalgruppen 10.000 Menschen weniger als noch vor zwei Jahren.

Die meisten jedoch sind in Blasorchestern und Spielmannszügen engagiert, die mit 77 Prozent den höchsten Mitgliederanteil unter den Verbänden des instrumentalen Amateurmusizierens aufweisen. In den Sinfonie- und Streichorchestern sind dagegen nur knapp 8 Prozent bzw. 48.000 Menschen aktiv.

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