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Musikprojekt des chinesischen Mobilfunkkonzerns Huawei vollendet Schuberts Unvollendete

Bisher sorgt das chinesische Unternehmen Huawei vor allem für Schlagzeilen im Handelskrieg mit den USA. Ob es demnächst auch für Wirbel bei Schubert-Fans sorgen wird? Denn der Mobilfunkkonzern hat jetzt verkündet, Schuberts Sinfonie Nr. 8 mittels Künstlicher Intelligenz vollendet zu haben. Am 4. Februar soll die fertige Sinfonie in London uraufgeführt werden.

Mit der Frage: „Was passiert, wenn die von uns entwickelte Künstliche Intelligenz lernt, ein 200 Jahre altes Musikstück zu vollenden?“ kündigte der chinesische Mobilfunkkonzern Huawei auf seiner Facebookseite eine Produktpräsentation an. Huawei will seinem neuestem Smartphone die Fähigkeit vermittelt haben, unvollendete Musikstücke zu vollenden. Dafür haben sich die Chinesen Franz Schuberts Unvollendete Sinfonie Nr. 8 ausgesucht. Das vollendete Werk soll am 4. Februar in der Londoner Cadogan Hall uraufgeführt werden, dem Hauptspielort des britischen Royal Philharmonic Orchestra.

Das Unternehmen arbeitete für das Projekt mit dem Komponisten Lucas Cantor zusammen, um aus der von KI (Künstlicher Intelligenz) erzeugten Melodie eine Orchesterpartitur zu arrangieren, die dem Stil von Schuberts 8. Sinfonie treu blieb. Das Unternehmen will damit demonstrieren, wozu KI verwendet werden kann. In der Vergangenheit wurden bereits die Gesänge der Buckelwale in Liebeslieder übersetzt und eine gezeichnete Gebärdensprache für gehörlose Menschen entwickelt. Nun hofft Huawei offenbar, die positiven Auswirkungen von KI auf die Musikkultur aufzuzeigen.

Zahlreiche Versuche der Vervollständigung

Aus welchen Gründen die auf vier Sätze angelegte Sinfonie von Schubert nach zwei Sätzen nicht weiterbearbeitet wurde, ist bis heute ungeklärt aber häufiger Gegenstand musikwissenschaftlicher Diskussionen. Das 1822 begonnene Werk in h-Moll (D 759) wurde in der Vergangenheit von Komponisten schon mehrfach zu komplettieren versucht. Grundlage waren stets die beiden vorhandenen ersten Sätze, die nun mittels KI auf Klangfarbe, Takte und Tonhöhen analysiert wurden, um die fehlenden Sätze zu berechnen.

Im Programm

Béla Bartók:
"Ungarische Skizzen" Sz 97
Ungarisches Staatsorchester
Leitung: Adam Fischer
Édouard Lalo:
Klavierkonzert f-Moll
Nathanaël Gouin (Klavier)
Orchestre Philharmonique Royal de Liège
Leitung: Jean-Jacques Kantorow
Johann Sebastian Bach:
"Fürchte dich nicht, ich bin bei dir" BWV 228
Maarten van der Heyden, Maggie Urquhart (Violone)
Ageet Zweistra (Violoncello)
Jan Kleinbussink (Orgel)
Netherlands Chamber Choir
Leitung: Ton Koopman
Johannes Brahms:
Streichquintett G-Dur op. 111
Thomas Kakuska (Viola)
Belcea Quartet
Antonín Dvořák:
Sinfonie Nr. 8 G-Dur op. 88
Symphonieorchester des BR
Leitung: Colin Davis

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