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Teodor Currentzis im Interview SWR Symphonieorchester soll musikalisches Vorbild werden

Anlässlich seines anstehenden Gastspiels mit seinem Ensemble musicAeterna in Baden-Baden, sprach der Dirigent Teodor Currentzis auch über seine zukünftige Tätigkeit als Chefdirigent des SWR Symphonieorchesters.

Teodor Currentzis

Teodor Currentzis

An diesem Freitag (10. November) und Sonntag (12. November) dirigiert Teodor Currentzis im Festspielhaus Baden-Baden die Oper „La Bohème“. Die Zuschauer erwarte eine „sehr detailreiche Erarbeitung der Oper“, die für ihn in „gewisser Weise biografisch sei“, wie er der Deutschen Presse-Agentur im Vorfeld in einem Interview sagte.

Weitere Themen des Interviews waren auch seine zukünftige Arbeit als Chefdirigent des SWR Symphonieorchesters und sein Leben als Künstler in Russland. Als neuer Chefdirigent des SWR Symphonieorchesters will Teodor Currentzis vom nächsten Jahr an den Klangkörper zu einem musikalischen Vorbild in Deutschland machen. Er wolle versuchen, „einen neuen Klang zu schaffen, wie es ihn noch nicht gibt in Deutschland“, sagte der 45-Jährige. Es geht ihm auch darum, das Repertoire an zeitgenössischer Musik zu erweitern, eine breite musikalische Farbpalette zu schaffen. Sein Hauptaugenmerk gilt dabei der Genauigkeit und Authentizität.

Wahlheimat Russland

Seiner Wahlheimat Russland, in der es die moderne Kunst heute bisweilen schwer hat, will er trotz des Engagements in Stuttgart treu bleiben. Currentzis zu seiner Arbeitssituation am Staatlichen Opern- und Balletttheaters in Perm: „Ich arbeite in Perm im Prinzip völlig frei. Ich habe keine Schwierigkeiten gehabt. Aber es gibt Leute, die bestellte Artikel in den Zeitungen schreiben, um mich zu kompromittieren. Wenn ich bis jetzt dort lebe und arbeite, dann zeigt das auch, dass ich keine Hindernisse und Widersprüche erlebe. Wenn es sie gäbe, dann würde ich dort nicht arbeiten.“

Kritisiert hatte der gebürtige Grieche, der einen russischen Pass hat, zuletzt aber das Vorgehen gegen den Moskauer Regisseur Kirill Serebrennikow. Mit ihm sitze jetzt die moderne russische Kunst auf der Anklagebank, hatte Currentzis auf der Internetseite des Theaters in Perm geschrieben.

Der 45-jährige Currentzis, geboren am 24. Februar 1972 in Athen, ist künstlerischer Leiter des Staatlichen Opern- und Balletttheaters in Perm. Er ist auch Gründer des Kammerorchesters und Chors MusicAeterna. Zusätzlich übernimmt er 2018 das SWR Symphonieorchester mit Sitz in Stuttgart als Chefdirigent. Seine Karriere begann er in den 1990ern Jahren am Staatlichen Konservatorium in St. Petersburg bei dem berühmten Lehrer Ilja Musin. Sein Repertoire reicht von der Alten Musik bis zur Moderne.

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