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Chorverband: Singen in Deutschland ist wieder im Aufwind Lieber singen ohne Bindung

Singen ist wieder populär. Das Singen in Chören ebenfalls. Der Trend geht aber laut Chorverband zu unverbindlichen, projektbezogenen Singgemeinschaften.

Der Deutsche Chorverband sieht das Singen in Deutschland im Aufwind. „Die Chor-Szene ist so vital wie lange nicht mehr“, sagte Geschäftsführerin Veronika Petzold am Montag, 17. Dezember, im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Berlin. „Das Singen erfreut sich in Deutschland wachsender Beliebtheit.“
Zugleich gibt es nach Angaben der Chorexpertin einen Umbruch. Im Bereich des verbandlich organisierten Singens seien die Zahlen bei Chören und Sängern rückläufig. Auf der anderen Seite bildeten sich neue Formen wie zeitlich begrenzte Projektchöre oder Mitmachformate wie Rudelsingen oder Weihnachtssingen in Stadien.

Bindung an Vereine und Institutionen lässt nach

Laut Petzold hat das vor allem mit veränderten Lebensgewohnheiten zu tun: Immer weniger Menschen bänden sich langfristig an Organisationen, bedingt auch durch mehr Flexibilität im Berufsleben, veränderte Aufgabenteilung in Familien oder „schlicht die Tatsache, dass Menschen nicht mehr so selbstverständlich an ihre Heimatorte und Traditionen gebunden sind“.
Bei kirchlichen Chören komme noch dazu, dass die Bindung an die Religionsgemeinschaften nachlasse und Bistümer und Landeskirchen auch bei Kirchenmusik sparten.

Nach Angaben des Deutschen Musikrats gab es bei der Zahl der weltlichen Chöre zwischen 2015/2016 und dem Folgejahr einen Rückgang von 23.440 auf 22.000, bei den kirchlichen Chören von 35.600 auf 33.670. Bei den Mitgliedern blieb die Zahl der weltlichen Sänger mit rund 1,4 Millionen stabil, bei den kirchlichen sank sie von rund
749.000 auf 699.000.

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