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salaputia brass Blechbläsermusik vom Feinsten

CD-Tipp vom 17.3.2017

CD-Cover Signals

CD

Titel:
signals from heaven
Interpret:
salaputia brass | jeroen berwaerts
Label:
audite 97.725

Das Programm der CD verspricht einen ziemlichen Gemischtwarenladen: neben Monteverdi zwar Musik seines Kollegen Gabrieli, aber auch Summertime, Spirituals, Duke Ellington und ein Stück des japanischen Komponisten Toro Takemitsu. Der ist der Dreh- und Angelpunkt dieser CD, die sich trotz bunter Mischung beredt zusammenfügt und gegenseitig ergänzt.

Faszinierend sauber intoniert

Der 1930 geborene Takemitsu, der bereits vor 20 Jahren verstorben ist, war ein erklärter Fan von Madonna und Prince. Er verband in seinen Filmmusiken elektronische Avantgardeklänge mit Jazz, Bierzeltmusik und altjapanischer Musik. Diese reichen und widersprüchlichen Klänge spiegeln für ihn die Vielfältigkeit der Welt, und dieser Idee ist auch der belgische Trompeter Jeroen Berwaerts gefolgt: Er möchte keinen Mischmasch, kein Crossover, sondern eine Zusammenstellung von Stücken, die Menschen miteinander verbinden. „Signals from heaven“ heißen die beiden kurzen Stücke von Takemitsu, und das ist auch die Überschrift dieser CD, die Jeroen Berwaerts mit den Salaputia Brass vorgelegt hat – geschmeidig und graziös musiziert und zudem faszinierend sauber intoniert!

Video: Salaputia Brass im Studio


Gegensätzliche Welten wirken zusammen und lassen Neues entstehen

Blechbläsermusik vom Feinsten, gespielt vom Salaputia Brass, von 13 Jungs, die sich vor zehn Jahren im Bundesjugendorchester kennengelernt und in dieser Formation einige Preise gewonnen haben. Viele der Ensemblemitglieder sind heute auf Solo-Positionen der führenden deutschen Orchester, inklusive des Chefs dieser CD, Jeroen Berwaerts, der bis vor Kurzem Solotrompeter des NDR Sinfonieorchesters war. Inzwischen ist er solistisch unterwegs und hat eine Trompeten-Professur in Hannover. Berwaerts ist auch ausgebildeter Jazzsänger, was beeindruckend groovy auf dieser CD zu erleben ist – etwa im Spiritual „Nobody know the trouble I’ve seen“ und einer Canzon von Giovanni Gabrieli: gegensätzliche Welten, die zusammenwirken und Neues entstehen lassen.

CD-Tipp vom 17.3.2017 aus der Sendung „SWR2 Treffpunkt Klassik – Neue CDs“

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