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Pieter Wispelwey und Paolo Giacometti erhalten Brahms-Preis 2019 Brahms geht nur gemeinsam

Sie treten bereits seit langem international als Duo auf und nehmen gerade zusammen sechs CDs auf. Auch die Brahms-Gesellschaft schätzt die Arbeit von Wispelwey und Giacometti und zeichnet sie daher mit ihrem Preis aus.

 Leonard Bernstein und Helmut Kohl, Brahmspreis

Er war der erste Preisträger: Leonard Bernstein, der sich 1988 bei Bundeskanzler Helmut Kohl (l.) für den ihm verliehenen Brahms-Preis der Brahms-Gesellschaft Schleswig-Holstein bedankt.

Der Brahms-Preis 2019 wird geteilt. Der Preis geht an den niederländischen Cellisten Pieter Wispelwey (56) und an den italienischen Pianisten Paolo Giacometti (48), wie die Brahms-Gesellschaft Schleswig-Holstein am Donnerstag, 29. November, in Heide bekanntgab. Sie würdigt damit "die herausragenden Beiträge der beiden Künstler zum heutigen Verständnis des norddeutschen Komponisten." Die beiden Künstler spielen derzeit sämtliche Duo-Werke von Schubert und Brahms ein und würden damit "Brahms’ Werk ganz bewusst in die Nachfolge von Franz Schubert" setzen.

Pieter Wispelwey habe mit seiner CD-Einspielung der Brahms-Sonaten bereits Mitte der 1990er-Jahre "die bis dahin gängigen Interpretations-Gewohnheiten" auf den Kopf gestellt, heißt es in der Begründung. Aber mittlerweile würden "auch die „Traditionalisten“ seinen Beitrag zur Erneuerung des Brahms-Bildes" zu schätzen wissen. Der ebenfalls in Holland lebende Paolo Giacometti gewann bereits im Jahr 2000 den Hamburger Brahms-Wettbewerb mit dem 1. Preis, seit 2010 ist er Professor für Klavier an der Robert Schumann Musikhochschule in Düsseldorf.

Wispelwey und Giacometti: Brahms Sonate in D Op. 78



Der Brahms-Preis ist eine von der Brahms-Gesellschaft Schleswig-Holstein (1987 von Justus Frantz und Yehudi Menuhin gegründet) seit 1988 vergebene Auszeichnung. Sie ist mit 10.000 Euro dotiert und wird an "renommierte Künstler oder angesehene Institutionen" vergeben, die sich um den Erhalt des künstlerischen Erbes von Johannes Brahms verdient gemacht haben. 2018 ging die Auszeichnung an die Sopranistin Christiane Karg, im Jahr zuvor an den Dirigenten Herbert Blomstedt.

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