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Antisemitismus-Vorwurf bei der Ruhrtriennale Armin Laschet sagt Teilnahme ab

Nachdem die jüdischen Landesverbände in Nordrhein-Westfalen Stefanie Carp, Intendantin der Ruhrtriennale, erneut kritisiert hatten, folgt der nächste Paukenschlag: Ministerpräsident Armin Laschet wird keine der Aufführungen besuchen.

Portrait Armin Laschet

Armin Laschet (CDU)

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat seine Teilnahme an der Ruhrtriennale abgesagt. Grund ist die Haltung der neuen Intendantin des Kulturfests, Stefanie Carp, zu Israel.

Die jüdischen Landesverbände in Nordrhein-Westfalen veröffentlichten ihre jüngste Kritik am 1. August in Düsseldorf als offenen Brief. Darin bemängeln sie, dass Stefanie Carp keine jüdische Vertreter zu Podiumsdiskussion "Politisches Engagement und Kunstfreiheit" eingeladen hat. Außerdem werfen sie ihr vor, dass die Veranstaltung an einem Samstag, am jüdischen Ruhetag Schabbat, stattfindet, weshalb gläubige Juden nicht an ihr teilnehmen könnten.

Streit um die Band Young Fathers

Zwischen der Intendantin und den jüdischen Landesverbänden hatte es bereits einen Konflikt gegeben, da Carp die Band Young Fathers zur Ruhrtriennale eingeladen hatte, die den Angaben zufolge die BDS-Boykottkampagne ("Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen") gegen Israel unterstützt. Nach Einladung, Ausladung und Wiedereinladung sagte die Band ihren Auftritt ab. In dem Konflikt kündigte Carp das Podium zum Thema Boykott und Kunstfreiheit an. Nach Auskunft von Regierungssprecher Christian Wiermer, habe Laschet seine Entscheidung bereits nach der Wiedereinladung der israelkritische Popband getroffen.

Die Ruhrtriennale-Intendantin Stefanie Carp steht in der Kritik

Die Ruhrtriennale-Intendantin Stefanie Carp steht in der Kritik

"Antisemitismus keine Frage der Meinungs- und Kulturfreiheit"

In dem jüngsten Brief werfen die jüdischen Landesverbände der Intendantin vor, die Kritik an ihrem Umgang mit Antisemitismus nicht hören zu wollen. Da sie am Podium nicht teilnehmen könnten, appellierten die Gemeinden an Politik und Gesellschaft, Antisemitismus zu bekämpfen. "Antisemitismus ist keine Frage der Meinungs- und Kulturfreiheit", heißt es in dem Brief. Unterzeichnet ist er von den Jüdischen Landesverbänden von Nordrhein, Westfalen-Lippe und der Progressiven Jüdischen Gemeinden von NRW. Auch die Kölner Synagogen-Gemeinde ist Absender.

Mit der Deutschlandpremiere der genreübergreifenden Musiktheater-Produktion "The Head and the Load" von William Kentridge startet das Kulturfestival Ruhrtriennale am 9. August in die erste Spielzeit unter der neuen Intendantin Stefanie Carp. Bis zum 23. September sind 33 Produktionen und Projekte geplant. Unter den Spielorten sind wieder zahlreiche stillgelegte Industrieanlagen im Ruhrgebiet wie etwa ein Stahlwerk und eine Zeche.

Im Programm

Felix Mendelssohn Bartholdy:
Klavierkonzert Nr. 2 d-Moll op. 40
András Schiff (Klavier)
Symphonieorchester des BR
Leitung: Charles Dutoit
Giovanni Pierluigi da Palestrina:
2 Motetten
Chor des BR
Leitung: Peter Dijkstra
Edward Elgar:
Sinfonie Nr. 1 As-Dur op. 55
Bamberger Symphoniker
Leitung: Ryan Wigglesworth
Gioacchino Rossini:
Szene und Arie der Anai aus dem 4. Akt der Oper "Moise et Pharaon"
Arie der Armida aus dem 2. Akt der Oper
Marina Rebeka (Sopran)
Julia Heiler (Mezzosopran)
Levy Sekgapane (Tenor)
Gianluca Margheri (Bariton)
Chor des BR
Münchner Rundfunkorchester
Leitung: Marco Armiliato
Wolfgang Amadeus Mozart:
Sonate D-Dur KV 381
Duo del Valle

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