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Charity Anne-Sophie Mutter gibt Benefizkonzert für Kinder im Jemen

Seit vier Jahren herrscht im Jemen Krieg. Es fehlt an Lebensmitteln und medizinischer Versorgung, Kinder sind unterernährt und vom Hungertod bedroht. Mit Benefizkonzerten in Hamburg sollen Spenden gesammelt werden.

Flüchtlingscamp Jemen, 2018

Rund 1,8 Millionen Kinder befinden sich nach Angaben von "Save the Children" im Jemen weiterhin auf der Flucht vor Hunger und Krieg

Stargeigerin Anne-Sophie Mutter (55) ruft zur Hilfe für Kinder im Jemen auf. Bei Konzerten am 11. und 18. Mai in der Hamburger Elbphilharmonie werde sie um Spenden für die Jungen und Mädchen in dem Bürgerkriegsland werben, teilte die Hilfsorganisation Save the Children am Dienstag, 7. Mai, in Berlin mit. Die Gagen für das zweite Konzert spenden sowohl die Solistin als auch das Kammerorchester Wien-Berlin demnach für das Hilfswerk, das am 19. Mai seinen 100. Gründungstag begeht. Das Konzert am 11. Mai wird beim Hamburger Hafengeburtstag live vor der Elbphilharmonie übertragen.

"Mehr als 85.000 Kinder sind seit Kriegsbeginn im Jemen verhungert. Damit sind mehr Mädchen und Jungen durch die Folgen von Mangelernährung gestorben als durch Bomben und Kugeln. Dies ist umso trauriger, weil diese Todesfälle komplett zu vermeiden gewesen wären. Grund genug für mich, zu handeln und mehr Menschen dazu aufrufen, diesen Kindern sofort zu helfen. Es ist eine Herzensangelegenheit für mich, alles dafür zu tun, dass Kinder geschützt werden und sicher aufwachsen können." (Anne-Sophie Mutter)

"Das Leid dieser Kinder ist unermesslich und die Welt schaut schon viel zu lange zu", sagte Anne-Sophie Mutter mit Blick auf die Millionen Mädchen und Jungen im Jemen. Sie seien dem seit vier Jahren dauernden Krieg schutzlos ausgeliefert, stürben bei Bombenangriffen auf Schulen oder Krankenhäuser, hätten nicht ausreichend zu essen und litten an dem Zusammenbruch jeglicher Gesundheitsversorgung, so die 55-jährige Musikerin und zweifache Mutter.

Es fehlt an sauberem Trinkwasser und Lebensmitteln

Der Bürgerkrieg im Jemen ist laut Save the Children zur größten humanitären Katastrophe weltweit geworden. 24 Millionen Menschen, 80 Prozent der Bevölkerung, brauchen demnach humanitäre Hilfe oder Schutz, darunter 14,3 Millionen Kinder. Das Gesundheitssystem sei komplett zusammengebrochen, täglich kämpften die Helfer gegen Mangelernährung und Krankheiten wie Cholera und Diphterie, so das Hilfswerk. Die Spenden sollten für Spezialnahrung und Vitaminpräparate, sauberes Trinkwasser und Hygiene-Sets verwendet werden, hieß es.

100 Jahre "Save the Children" - Die britische Lehrerin Eglantyne Jebb (1876-1928) hatte nach dem Ersten Weltkrieg bei ihren Landsleuten um Spenden für hungernde Kinder der ehemaligen Kriegsfeinde Deutschland und Österreich geworben. Trotz teils massiven Widerstands rief sie am 19. Mai 1919 in der Royal Albert Hall den Save the Children Fund offiziell ins Leben. Sie setzte sich sehr früh für die Festschreibung von Kinderrechten ein.

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