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Enjott Schneider, Präsident des Deutschen Komponistenverbandes, hat im Auftrag des Beijing Symphony Orchestra ein symphonisches Gedicht für Orchester namens WUHAN 2020 verfasst. Nun warten alle auf die Uraufführung.

Enjott Schneider (Foto: Imago, gezett)
Enjott Schneider benannte sein Werk nach der 9-Millionenmetropole Wuhan, dem Ausgangszentrum der Corona-Pandemie in China. Imago gezett

Seit dem 23. März probt das Beijing Symphony Orchestra unter Dirigent Biao Li online ein neues Werk des deutschen Komponisten Enjott Schneider. Das Stück mit dem Namen „Wuhan 2020. Symphonic Poem for Orchestra“ sollte nach mehrmaligem Verschieben am 9. April in China uraufgeführt werden. Wie der Komponist dem SWR mitteilte, wurde der Termin nun erneut verschoben.

"Ursprünglich sollte das Kulturleben neu beginnen, aber man hat immer noch keine Entscheidung gefällt… die Angst der Verantwortlichen geht weiter, obwohl das öffentliche Leben im Kleinem wieder begonnen hat."

Enjott Schneider zur Verschiebung

Seit längerem ist wegen der Corona-Pandemie unklar, wenn es zur Uraufführung kommen wird, "aber sobald die Epidemie vorbei ist, werden wir bei unserem ersten Konzert dieses Werk aufführen“, erklärte Biao Li, ständiger Chefdirigent des Symhonie Orchesters Beijing gegenüber Radio China International (CRI) am 2. April.

"Das Stück spiegelt facettenreich das Gefühlsleben dieser dort eingeschlossenen Menschen wider: Angst vor einer drohenden unbekannten Gefahr, Mut und die energievolle Bereitschaft, gegen diesen Schicksalsschlag anzukämpfen, dann aber auch die Hoffnung, dass sich alles wieder zum Guten wenden wird."

Enjott Schneider über WUHAN 2020

10-Minuten-Stück als Auftragskomposition

Die Proben für das Stück mussten bisher alle online stattfinden. Nach Angaben von CRI war die Begeisterung der Musiker über das 10-Minuten-Stück dabei sehr groß. Schneider steht bereits länger im engen Kontakt mit den chinesischen Musikern. 2018 war die von ihm in chinesischer Sprache komponierte Oper "Marco Polo“ erfolgreich auf chinesischen Bühnen aufgeführt worden.
Während des Ausbruchs der COVID-19-Epidemie arbeitete Schneider schon wieder mit chinesischen Musikern zusammen und komponierte dann auf Wunsch des Pekinger Sinfonierorchesters „Wuhan 2020“. Nach Angaben Schneiders sollte das Stück eine "Art Ouvertüre" werden, die viele chinesische Orchester spielen, "wenn die 'Konzertsaison' weitergeht."

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