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INTERVIEW

Das ZeitGenuss Festival in Karlsruhe widmet sich jedes Jahr einem oder einer Komponist*in unserer Zeit. Der*die ausgewählte Komponist*in hat dann den Auftrag, das gesamte Programm zu kuratieren. In der achten Ausgabe des Festivals, die am 22. Oktober beginnt, steht alles im Zeichen von Wolfgang Rihm. Im Gespräch erzählt der Komponist von der erschwerten Organisation, dem Programm und von Konzert-Ritualen, die ihm gestohlen bleiben könnten.

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Eine Festival-Ausgabe von und über Wolfgang Rihm

Es sei eine „irrsinnige logistische Herausforderung" gewesen, mit den Corona Hygiene-Auflagen ein Festival zu organisieren. Der Komponist aus Karlsruhe habe es dennoch ganz reizvoll gefunden, unter diesen schwierigen Bedingungen ein Programm zusammenzustellen und das bestmögliche Ergebnis zu erzielen, erzählt er im Gespräch.

Kein großes Orchester, keine Oper - nur das was geht. So spiegele das von Wolfgang Rihm kuratierte ZeitGenuss Festival nur bedingt den Komponisten wider: „Es ist ein Selbstporträt in bedrängter Zeit“, so Rihm.

Das Programm: Verbindungen zur Literatur und bildenden Kunst sowie Werke von Rihms Schüler*innen

Durch das Programm ziehen sich Linien; zur bildenden Kunst und zur Literatur. Musikalisch werden diese Bezüge unter Anderem mit der menschlichen Gestik in Verbindung gebracht. Das alles findet meinst im Rahmen von Kammermusik-Konzerten statt. In der Karlsruher Christuskirche wird auch Orgelmusik aus seinem Frühwerk aufgeführt. Darüber hinaus stehen zwei aktuelle Filmporträts auf dem Programm.

Nicht zuletzt sei es dem Komponisten wichtig gewesen, Energie auch weiterzugeben: So wird beim Abschlusskonzert am 25. Oktober auch die Musik einiger seiner Schüler*innen zu Gehör kommen, „die in ihrer Art eigen und eigensinnig sind“.

Überholte Rituale

Wolfgang Rihm freut sich darauf, das von ihm kuratierte Programm im Konzert zu erleben. Denn die Corona-Zeit habe auch Rituale abgeschafft, welche die Musik nicht brauchte, sagt er im Gespräch.

Ich hoffe, dass eine der Errungenschaften der Corona-Dramaturgien ist, dass man nicht ständig mit Beifall alles unterbricht. Dass es auch möglich ist, ein Programm zu hören, ohne diese energieraubenden Hin und Her-Rituale – Auf-, Abtreten, Verbeugen, Bravo – mitmachen zu müssen, sondern dass man einfach die Musik hört und dann sich am Schluss äußert.

Wolfgang Rihm, Komponist

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