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Lange vergessen und verschmäht, erlebt der spätromantische Komponist Friedrich Gernsheim jetzt eine Renaissance. Der Wiesbadener Pianist Jens Barnieck hat einige seiner Werke neu eingespielt.

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Vom Wunderkind zum angesehenen Künstler

Der gebürtige Wormser Friedrich Gernsheim spielte schon mit elf Jahren sein erstes öffentliches Klavierkonzert, im Jahr 1850 in Frankfurt am Main. Dank seines Talents genoss er im spätromantischen Deutschland hohes Ansehen, nicht nur als Pianist, sondern auch als Komponist und Dirigent.

Nach seinem Tod 1916 gerieten seine Werke jedoch bald in Vergessenheit. Denn Friedrich Gernsheim war Jude. Die Nationalsozialisten ließen die Aufführung seiner Stücke verbieten, viele seiner Werke und seine Biographie wurden verbrannt.

Original-Handschriften wiederentdeckt

Zurzeit jedoch erlebt Friedrich Gernsheim eine Renaissance. Der Wiesbadener Pianist Jens Barnieck hat in den Nationalbibliotheken in Berlin und in Israel originale Gernsheim-Handschriften entdeckt, transkribiert und eingespielt.

Eine Entdeckung, findet SWR2 Redakteurin Kerstin Bachtler. Sie hat Jens Barnieck im SWR Studio in Kaiserslautern getroffen, wo der Pianist die Gernsheim-Sonaten eingespielt hat.

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