Thema Musik

Wie Glanz von altem Gold – Vom Sprechen über Musik

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AUTOR/IN
Nicole Baumann
Portrait Nicole Baumann (Foto: privat)

Wie entsteht der besondere Klang?

„Wie Glanz von altem Gold“ – so hat der Dirigent Herbert von Karajan den Klang der Dresdner Staatskapelle beschrieben. Richard Wagner nannte das Orchester seine „Wunderharfe“.

In einem Forschungsprojekt mit einem Budget von einer Million Euro ergründen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der Musikhochschule Carl Maria von Weber in Dresden, wie dieser besondere Klang entsteht und wie er über die Jahrhunderte beschrieben wurde. Ist er messbar oder darstellbar? Wie kann man ihn erhalten?

Unterschiedliche Wahrnehmung von Musik

Es ist der Versuch, etwas Immateriellem wie Musik – und in diesem Fall dem Klang eines Orchesters – auf den Grund zu gehen. Man kann Musik weder anfassen noch sehen. Und doch ist sie da. Wie nimmt sie der Laie wahr und wie der Profi? Mit solchen Fragen setzt sich das Forschungsteam um Prof. Dr. Michael Heinemann in Dresden auseinander.

„Der ausschlaggebende Punkt war derjenige, dass hier in Dresden immer wieder behauptet wird, es gäbe einen singulären Klang der Staatskapelle, der sich von allen anderen Orchestern der Welt signifikant unterscheidet. Und dem wollten wir einfach mal nachgehen.“

Tänzerischer Ausdruck der Musik

Doch auch in anderen Bereichen ist das „Sprechen über Musik“ ein Kernthema. Zum Beispiel in der Schule. Es muss geübt werden, schon mit den Kleinsten. Es geht um eine Wahrnehmungsschulung aber auch um Kommunikation.

Grundschulkinder können sich schon sehr gut nonverbal ausdrücken. Zum Beispiel, indem sie jedem Instrument eine Bewegung zuordnen. Sozusagen tänzerisch der Musik Ausdruck verleihen. So wie auch ein Dirigent mit seinen Gesten zeigt, wie er sich die Musik vorstellt.

Appell: Zuhören üben

Bei Studierenden der Musik trägt die Gehörbildung zur Professionalisierung bei. Der Kritiker versucht nach dem Konzert über das Gehörte und Erlebte zu berichten. Aber wie? Der Sopran schimmerte silbrig, die Geigen weinten, das Orchester brauste. Und hat das jeder im Publikum auch so empfunden? 

Ein Feature über die Möglichkeit und Unmöglichkeit, sich über Gehörtes auszutauschen und Musik in Worte zu fassen. Und ein Appell, in unserer hektischen Welt das Zuhören wieder zu üben. 

  

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