Mitglieder des SWR Vokalensembles

Frank Bossert

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"Langweilig wird's nie"

Der Tenor Frank Bossert studierte zunächst Schulmusik und Musikwissenschaft, dann Gesang in Karlsruhe und Mannheim. Neben seinen Engagements als Solist und seiner Mitgliedschaft im SWR Vokalensemble ist er als Gesangspädagoge tätig.

Vokalensemble Frank Bossert (Tenor) (Foto: SWR, SWR - Klaus Mellenthin)
Frank Bossert singt Tenor im SWR Vokalensemble.

Herr Bossert, Sie sind seit über 20 Jahren im SWR Vokalensemble. Hand aufs Herz, wird es da nicht mal langweilig?

Nein, langweilig wird es nie. Wir haben ein sehr hohes Arbeitstempo. Meistens ist das Konzert schon vorbei, bis wir die Partie auf dem Körper haben.
Dann singen wir viele Uraufführungen, da stellen sich immer wieder neue Herausforderungen mit modernster Musik. Und auch beim klassischen Repertoire, das sich im Laufe des Berufslebens natürlich wiederholt, gibt es immer wieder neue Aspekte mit anderen Dirigenten und Aufführungsorten. In guter Musik stecken so viele Nuancen und Schattierungen, dass ich dankbar bin, dass diese Stücke mich mein Leben lang begleiten. Auch beim zwanzigsten Mal entdecke ich da wieder Neues.

Ihre Stimme ist Ihr Werkzeug. Haben Sie auch mal Angst, dass da etwas kaputt geht?

Man kann nur versuchen, gewissenhaft mit ihr umzugehen und an ihr zu arbeiten. Die Stimme gehört zum Körper, und sie verändert sich wie dieser im Laufe des Lebens. Deshalb suche ich immer mal wieder die Unterstützung von außen und nehme Unterricht. In unserem Fall ist dies besonders wichtig, da wir im Ensemble uns nicht wie im Sologesang mit unserer Stimme frei entfalten können, sondern täglich an der Verschmelzung der Stimmen zu einem homogenen Klang arbeiten. Da muss sich der Einzelne sehr zurücknehmen.

Haben Sie einen Wunsch-Aufführungsort für das SWR Vokalensemble?

Ich kann da nur für mich sprechen. Ich finde es toll, wenn wir unsere tolle Musik in tollen Kulturstädten der Welt singen. Da gibt es überall architektonisch reizvolle Säle mit wunderbarer Akustik. Ich bedaure sehr, dass wir dies in letzter Zeit immer seltener tun.

Spannend finde ich aber auch, das Publikum an neuen und ausgefallenen Stätten mit unserer Musik zu konfrontieren. Bei einem Kulturevent in Stuttgart war ich mal in einem Bunker zu einer Kunstinstallation. Das fände ich spannend, einem ganz anderen Publikum an solch einem ungewohnten Ort unsere Musik zu singen.

Was ist das Besondere an einem Rundfunkchor?

Wir befassen uns sehr intensiv mit Musik und singen täglich in der nahezu gleichen Besetzung zusammen. Dadurch lässt sich die Musik in ihrer Tiefe erkunden.

Und was machen Sie, um zu entspannen?

Ich koche gerne mit Freunden und habe einen Garten. Zwei wunderbare Hobbies, die den Kopf wieder frei machen.

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SWR