Jazz at Lincoln Center Orchestra with Wynton Marsalis Eine Nacht der Extraklasse mit Rubén Blades

Von Georg Waßmuth

Der 1948 in Panama geborene Rubén Blades ist eine schillernde Persönlichkeit. Der neunfache Grammy-Preisträger, Sänger, Komponist, Schauspieler und Politiker fand sich für einen besonderen Abend Ende 2014 mit dem "Jazz at Lincoln Center Orchestra" zusammen. Rubén Blades brillierte an der Seite der renommierten Big Band mit seinen großen Hits, präsentierte aber auch Stücke, die seinen Werdegang beeinflusst haben. Ein Konzert der Extraklasse, das nun auf CD beim Label Blue Engine Records erschienen ist.

Vom ersten Takt an war die Stimmung im "Rose Theater in New York" auf dem Siedepunkt. Die große hauseigene Big Band heizte kräftig ein, unterstützt von einer Auswahl hervorragender Perkussionisten. Sie alle waren zusammengekommen, um Rubén Blades eine farbige Klangkulisse zu bieten.

Rubén Blades: Sänger, Komponist, Filmschauspieler und Politiker

Der Sänger ist eine schillernde Persönlichkeit: als Komponist und Filmschauspieler hat er reüssiert, zudem war er UN-Sonderbotschafter gegen Rassismus, zweitweise sogar Minister seines Heimatlandes Panama. Dort sind auch eindeutig seine musikalischen Wurzeln zu verorten.

Bereits als Student trat er nebenher als Sänger an der Seite einer Big-Band auf. Mit dem Gala-Abend sei das aber nicht zu vergleichen, stellt Rubén Blades klar.

"Jazz at Lincoln Center Orchestra" als bestes Ensemble

Damals sei die Band spärlich besetzt gewesen - gerade mal drei Trompeten und eine Flöte als Bläserbesetzung zum Beispiel.

Nach einer Big Band hätte das nicht geklungen, erzählt Rubén Blades: "Für mich war es eine große Ehre, gemeinsam mit dem 'Jazz at Lincoln Center Orchestra' aufzutreten, denn es war immer mein Wunsch, mit diesem Sound im Hintergrund irgendwann einmal auf einer Bühne zu stehen. Es ist einfach das beste Ensemble, das ich kenne."

Rubén Blades und Jazz at Lincoln Center Orchestra mit Wynton Marsalis (Foto: Pressestelle, Wyton Marsalis - Frank Stewart)
Rubén Blades und das Jazz at Lincoln Center Orchester Pressestelle Wyton Marsalis - Frank Stewart

Frühes Faible für die Songs der Swing-Ära

Für den Gala-Abend hatte Rubén Blades zum einen eigenes Repertoire ausgewählt, das er unwiderstehlich interpretiert, darüber hinaus aber auch Stücke, die seinen Werdegang beeinflusst haben. So findet sich zum Beispiel eine wunderbare Variante eines alten George Gershwin Songs auf der CD, zu der Blades eine ganz besondere Beziehung hat.

Rubén Blades: "Ich persönlich lernte die Songs der Swing-Ära schon als Kind. Mein Vater besaß einen tollen Plattenspieler und hatte alle Aufnahmen griffbereit im Schrank stehen. Ich habe sie nie zuvor aufgenommen, aber das 'Jazz at Lincoln Center Orchestra' und sein Leiter Wynton Marsalis haben mir geholfen, diesen Traum endlich zu verwirklichen".

Wynton Marsalis und das Jazz at Lincoln Center Orchester (Foto: Pressestelle, Wyton Marsalis - Frank Stewart)
Wynton Marsalis an der Trompete Pressestelle Wyton Marsalis - Frank Stewart

Musikalischer Spiegel der Wechselbeziehungen

Das "Jazz at Lincoln Center Orchestra" ist eine Organisation, die nicht nur schöne CDs veröffentlicht. Ihre Aufgabe ist es auch, die amerikanische Jazz-Geschichte in möglichst vielen Facetten abzubilden. Mit der Neuveröffentlichung "Una Noche Con Rubén Blades" ist das brillant gelungen.

Der lateinamerikanische Einfluss, aber auch die Wechselbeziehungen zwischen Nord- und Südamerika kommen voll zur Geltung.

Bigband-Sound als Feuerwerk der Extraklasse

Für Rubén Blades brennt die Big Band ein Feuerwerk der Extraklasse ab. Die Macher haben keinen Aufwand gescheut und für den Sänger passgenaue Arrangements schreiben lassen. Blades, dessen Stimme immer noch Power und Strahlkraft besitzt, genießt hörbar diesen Auftritt vor großer Kulisse.

CD-Tipp vom 28.12.2018 aus der Sendung "SWR2 Journal am Mittag"

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