Inklusive Kultur

Staatstheater Karlsruhe: „Peter Pan“ mit Gebärdensprache

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Theaterstücke für Gehörlose oder für sehbeeinträchtigte Menschen sind noch nicht weit verbreitet, am Badischen Staatstheater Karlsruhe werden schon einige aufgeführt: Jetzt gibt es „Peter Pan“ mit Übersetzung in deutsche Gebärdensprache. Dieses Theaterstück ist Teil des inklusiven Theaterprojekts „Theater für alle“ zum zehnjährigen Jubiläum des Jungen Staatstheaters Karlsruhe.

Emotionen transportieren durch Gebärdensprache

„Stell dir vor, du könntest fliegen. Ich möchte dich jetzt auf eine Reise mitnehmen, an einen magischen Ort, den nur Kinder finden können.“ Schauspielerin Laura Teiwes nimmt das junge Publikum mit auf das Abenteuer von Wendy Darling, Peter Pan und Tinkerbell ins Nimmerland.

Tanja Lilienblum-Steck steht als Dolmetscherin ebenfalls auf der Bühne: „Ich bemühe mich, die gleiche Emotion beim tauben Publikum hervorzurufen wie die Schauspielerin beim hörenden Publikum." Sie spiegelt Lautsprache und Intonation über die Gebärdensprache für dieselbe Theater-Erfahrung.

„Theater für alle“ am Jungen Staatstheater

Pünktlich zum zehnjährigen Jubiläum mit einer zusätzlichen Förderung kann das inklusive Theaterprojekt nach einigen punktuellen Veranstaltungen richtig losgehen. Vom Kleinkind bis zum Erwachsenen kann jeder das Junge Staatstheater besuchen. Für die Dramaturgin Mona vom Dahl muss es aber noch viel mehr heißen:

Theater für alle sollte heißen, dass jeder Mensch sich angesprochen fühlt, sich in seinen Themen gesehen fühlt und in seinen Bedürfnissen.

Musik und Geräusche übersetzen

Während des Stückes sieht man, wie neben dem Text auch Sounds und Musik von Tanja Lilienblum-Steck übersetzt werden: „Musik ist nicht unbedingt Kultur der tauben Menschen, aber es gibt taube Menschen, die Musik mögen, es gibt Performer die Musik darstellen in Gebärdensprache.“

Sounds von Gegenständen wie einer hochgezogenen Ankerkette oder einer bimmelnden Schiffsglocke können gut übersetzt werden. Bei Hintergrundmusik wird die Stimmung herübergebracht. Musik wird auch durch Vibration und Resthörvermögen wahrgenommen. „Und es passiert visuell was auf der Bühne", sagt Regisseurin Janina Haring.

Das Staatstheater als attraktiver Ort für ein inklusives Publikum 

Mit dem „Theater für alle“ öffnet das Junge Staatstheater einen neuen Bereich. Zuerst mit Audiodeskription, jetzt mit Gebärdensprache. Trotzdem muss die Community noch besser erreicht werden durch vielfältige Angebote. Das Theater will immer attraktiver für ein inklusives Publikum werden.

Man muss natürlich sehen, es ist noch nicht so präsent in der Theaterlandschaft und ich bin sehr dankbar für jeden, der das aufgreift und da wirklich Türen öffnet für Menschen, die sonst nicht ins Theater gehen können, weil sie da einfach vergessen werden.

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