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Tanja Tetzlaff ist die erste Stipendiatin des „Glenn Gould Bach Fellowships“. Das mit 100.000 Euro dotierte Stipendium soll das Erbe von Glenn Gould ehren, indem es Künstler*innen ermöglicht, die Musik Bachs für das 21. Jahrhundert neu zu entdecken und in den Mittelpunkt innovativer Aufnahmeprojekte zu stellen. Für Tetzlaff bedeutet das, die Musik und den Naturschutz miteinander zu verbinden.

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„Glenn Gould Bach“ - ein Fellowship für Innovation

Die Aufgabe der Stipendiat*innen des „Glenn Gould Bach Fellowships“ soll sein, Bachs Musik in der modernen Welt einzuordnen. Als Tanja Tetzlaff davon hörte, war es für sie sofort klar, was sie mit dem Stipendium anfangen würde.

In ihrem Leben gebe es zwei zentrale Themen, sagt sie: Die Musik und der Klimawandel.

„Seit vielen, vielen Jahren macht es mich geradezu wahnsinnig, wie wir offenen Auges in mögliche Katastrophen reingehen. Ich habe drei Kinder, ich schaue in die Zukunft und mir graust es.“

So überlegte sich die Cellistin, wie man diese beiden Themen miteinander verbinden könnte und stellte fest: Bach und Natur liegen ganz nah beieinander. So entstand die Idee, Bachs Musik in die Natur zu bringen und daraus einen Film zu machen.

Weimar

Auszeichnung Cellistin Tanja Tetzlaff erhält das neue „Glenn Gould Bach Fellowship“

Die Stadt Weimar hat Tanja Tetzlaff für das Stipendienprogramm „Glenn Gould Bach Fellowship“ ausgewählt. Im Rahmen ihrer Förderung wird die Cellistin ein Filmprojekt realisieren, das Bachs Cellosuiten mit der Natur zusammenbringt.  mehr...

Orte, die den Klimawandel sichtbar machen

„Wenn ich Bach spiele, sehe ich nicht unbedingt menschliche Auseinandersetzungen vor mir, sondern eigentlich ist es für mich wirklich in Tönen gefasste Natur. Die Bewegungen, die in der Natur vorkommen, Bilder von Wasser, Feuer oder Wind.“

Die Wahl auf die Cellosuiten, war einfach. Denn was für Pianist*innen die Goldberg-Variationen sind, sind für Cellist*innen Bachs Cello-Suiten.

Tanja Tetzlaff möchte an drei Orten spielen, an denen der Klimawandel sichtbar ist. Die konkreten Orte stehen noch nicht fest. Nur so viel verrät sie im Gespräch: „Es wird sicherlich um Gletscher, um verbrannte Wälder und Steppe gehen.“

„Man braucht sicherlich immer eine Felswand, oder einen Wald, um überhaupt einen guten Sound zu haben. Wir hoffen, dass das so klappt. Was ich auf keinen Fall möchte, ist eine perfekte Studioaufnahme.“

Eine Webseite soll das Projekt begleiten

Das Stipendium ist auf zwei Jahre angelegt, Tanja Tetzlaff möchte aber nicht erst in zwei Jahren ihren Film präsentieren. Es werde eine Webseite geben, die sie bei ihrem Projekt begleitet.

Da möchte sie über die Stücke sprechen, Klimaforscher*innen interviewen und mit Menschen sprechen, die an den Orten, die sie besucht, leben.

Abendkonzert - LIVE Tetzlaff Quartett live aus dem Studio Stuttgart

Vor knapp drei Jahrzehnten haben sich Tanja und Christian Tetzlaff, Elisabeth Kufferath und Hanna Weinmeister zum Streichquartett zusammengetan. Sie standen damals am Beginn ihrer Solistenkarrieren, wollten aber den Rückhalt in der Kammermusik nicht missen. Das Erinnern steht als Motto über ihrem jüngsten Programm: an vergessene Formen, an lebenslange Freundschaften, an die Liebe.  mehr...

SWR2 Abendkonzert - LIVE SWR2

SWR2 Musikstunde | Beethoven 2020 Mein Beethoven: Die Cellistin Tanja Tetzlaff

In dieser Woche haben wir Musikerinnen als Gastmoderatoren eingeladen. Sie gewähren uns Einblicke in ihr Künstlerleben mit und rund um Beethoven. Heute ist es die Cellistin Tanja Tetzlaff.  mehr...

SWR2 Musikstunde SWR2

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