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Die Deutsche Orchester-Stiftung hatte wegen der Corona-Pandemie zu Spenden für freischaffende Berufsmusiker*innen aufgerufen. Zum 1. Dezember 2020 sind 2.999.00 Millionen Euro zusammengekommen. Zuletzt hatten auch die Mitglieder der Staatskapelle Berlin und Daniel Barenboim 30.000 Euro gespendet. Anne-Sophie Mutter unterstützte die #MusikerNothilfe mit Auftritten in Gottesdiensten.

Dirigent Kirill Petrenko (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Sophia Kembowski)
Schirmherr Kirill Petrenko sagte im Namen der gesamten Stiftung Berliner Philharmoniker: "Mit dieser Kampagne können alle, die im Moment das Privileg eines festen Gehaltes oder größerer Rücklagen besitzen, diejenigen unterstützen, denen durch die dramatische Lage derzeit die Lebensgrundlage wegbricht." Sophia Kembowski

Durch die Spendenaktion #MusikerNothilfe der Deutschen Orchester-Stiftung (DOS) für freischaffende Musiker*innen wurden bislang 2.999.000 Millionen Euro gesammelt (Stand 1. Dezember). „Allein das Benefizkonzert der Staatskapelle Berlin mit Daniel Barenboim und dem Pianisten András Schiff vom 15. November 2020 hat uns bis heute 36.500 € zusätzliche Spendeneinnahmen gebracht“, sagt Gerald Mertens, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung. Auch Stargeigerin Anne-Sophie Mutter rief bei ihren Auftritten in Gottesdiensten zur Unterstützung der Aktion #MusikerNothilfe auf.

Sammlung auch mithilfe eines Streamingdienstes

Die Spendensammelaktion erfährt seit ihrem Start eine breite Unterstützung und wird seit Mitte April auch durch den Musikstreamingdienst Spotify unterstützt. Jede Spende, die über deren Kampagne "Coronavirus Musikhilfe“ an die #MusikerNothilfe fließt, wird seither von dem Streamingdienst verdoppelt. Der DOS-Fonds ist dabei eine von verschiedenen Projekten in mehreren Ländern, die von Spotify mit einem Gesamtbetrag von maximal 10 Millionen US-Dollar unterstützt wird.

Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung, Gerald Mertens, sieht in der regen Beteiligung bei der Aktion tolle Signale der Solidarität innerhalb der Musikbranche. Nach Stiftungsangaben wurde an mehr als 3.000 Musiker*innen mittlerweile eine Soforthilfe von 400 Euro ausbezahlt. Weitere 1000 Anträge befinden sich demnach noch in Bearbeitung.

Schirmherrschaft bei Grütters und Petrenko

Die Schirmherrschaft für die Spendenkampagne hatten nach dem Start die Kulturstaatsministerin Monika Grütters und Kirill Petrenko, Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, gemeinsam übernommen. Die Spendensammelkampagne läuft seit dem 16. März. Als erstes Spendenziel hatte der Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung, Gerald Mertens, zunächst mindestens 1 Million Euro ausgegeben.

„Die Übernahme der Schirmherrschaft durch Frau Grütters und Herrn Petrenko ist ein starkes Signal für die gesamte Musikszene und hoffentlich eine Ermunterung für weitere Spenderinnen und Spender.“

Gerald Mertens, Kuratoriumsvorsitzender der Deutschen Orchester-Stiftung und Geschäftsführer der Deutschen Orchestervereinigung

Keine Lohnfortzahlung, keine Einkommen

Die Stiftung will mit dem Nothilfefonds bedürftigen Freischaffenden helfen, die sich durch die Corona-Pandemie in einer sozialen Notlage befinden. Allein im Musikbereich gibt es laut Künstlersozialkasse in Deutschland rund 54.000 Freischaffende, deren Jahreseinkommen im Durchschnitt nur 14.500 Euro beträgt. Ohne Lohnfortzahlung und Auftrittsmöglichkeiten fehlt ihnen derzeit die Lebensgrundlage. Daher hatte die DOS Solidarität für die freiberuflichen Musiker*innen in Deutschland gefordert und auf ihrer Webseite zu Spenden aufgerufen.

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