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„Es ist beeindruckend, wie Sophie Scholl bis zum Ende für ihre moralischen Überzeugungen einstand!“ Saskia Biehler hat im Rahmen eines Kompositionsauftrages an der PH Weingarten eine Soundcollage über das Leben von Sophie Scholl mit-erarbeitet. Wie Sophie Scholl zu klassischer Musik stand, warum sie Bach liebte und warum es auch ungewöhnliche Musik aus der Zeit des Nationalsozialismus in die Collage geschafft hat, darüber berichten sie und der Leiter des Projekts Andreas Höftmann im Gespräch mit SWR2.

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Eine Zeitreise in die Gegenwart Sophie Scholls

An der Pädagogischen Hochschule Weingarten trägt ein Studierendenwerk schon seit seiner Gründung den Namen „Weiße Rose e.V.“. Zum 100. Geburtstag von Sophie Scholl am 9. Mai 2021 hat jenes Studierendenwerk ein Projekt gestartet, um die Widerstandskämpferin zu ehren.

Dabei haben Lehramtsstudierende im Fach Musik eine Soundcollage zusammengestellt, in der Zitate von Sophie Scholl mit historischen Musikaufnahmen in Verbindung gebracht werden.

Es werden Werke gespielt, die Sophie Scholl selbst schätzte sowie Musik von Künstler*innen, die im Nationalsozialismus zu Tode kamen. Als Kontrast dazu erklingt die Propaganda-Musik der Nationalsozialisten in verfremdeter Form.

„Das größte, was ich aus der Geschichte von Sophie Scholl herausziehen kann, ist, dass sie bis zum Ende für ihre Überzeugungen einstand und diese mit jeglicher Konsequenz bis zu ihrer Hinrichtung getragen hat.“

Sophie Scholl liebte klassische Musik: „Musik macht das Herz weich“

Doch welche Musik hörte die junge Studentin und Kriegsgegnerin? „Sophie Scholl liebte klassische Musik", erzählt Andreas Höftmann. Am liebsten schätzte sie Johann Sebastian Bach.

Die letzte Musik, die sie hörte, war vielleicht Schuberts Forellenquintett in einer Grammophon-Aufnahme. Davon schrieb sie in ihrem letzten Brief kurz vor ihrer Verhaftung.

Andreas Höftmann hat sich im Rahmen des Projekts mit den Tagebucheinträgen und Briefen von Sophie Scholl beschäftigt und besonders ihre Aussagen über Musik ins Auge gefasst.

„Musik macht das Herz weich. Ganz still und ohne Gewalt macht die Musik die Türen zur Seele auf.“

Sophie Scholl und die dunkle Seite der Musik

Sophie Scholl soll demnach eine romantische Vorstellung von Musik gehabt haben. Anfang der 1940er Jahre schrieb sie von der Musik als Sprache der Seele.

Ob Sophie Scholl wusste, ob Musik auch eine dunkle Seite haben kann? „Das geht aus den Quellen so nicht hervor“, so Höftmann.

Allerdings ist Sophie Scholl beim Bund Deutscher Mädel mit dem Liedgut der Nazis in Verbindung gekommen. Es sei denkbar, dass sie dort nachvollziehen konnte, dass Musik auch eine manipulative Seite haben kann, so der Projektleiter Andreas Höftmann im Gespräch.

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