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Bis 1987 gehörte das Klassiklabel Deutsche Grammophon zum Imperium des Siemens-Konzerns und lieferte Umsätze. Nun sorgt das andersweitig verdiente Geld von Siemens für die technische Neuerfindung der Deutschen Grammophon und die Entwicklung einer digitalen Konzertplattform.

Hans Werner Henze (re.) Ernst von Siemens 590 (Foto: Imago, teutopress)
Musikliebhaber Ernst von Siemens (l.) war in den 1950er-Jahren maßgeblich für die Deutsche Grammophon verantwortlich. 1972 gründete er die nach ihm benannte Musikstiftung, die 1990 auch Hans Werner Henze (re.) den Ernst von Siemens Musikpreis verlieh. Imago teutopress

Siemens wird der Hauptförderer der digitalen Konzertplattform "The Classical Concert Hall" der Deutschen Grammophon. Ziel der Unterstützung sei die "Etablierung einer Plattform, die einem globalen Publikum einen Zugang öffnet zu abendfüllenden Konzerten", teilte die Deutsche Grammophon gestern, 8. Oktober, mit.
Die neue Partnerschaft solle auch bewusst an die Rolle von Siemens erinnern, das von 1941 bis zu ihrem Ausstieg 1987 einer der Hauptanteilseigner des renommierten Klassiklabels war. Die Unterstützung im Rahmen der Kulturförderung durch das "Siemens Arts Program" für die technische Entwicklung der Plattform soll zunächst bis Ende 2021 laufen.

"Uns im Siemens Arts Program treibt es täglich um, klassische Musik neu zu denken. Daher möchten wir Teil des digitalen Pionierprojekts der Deutschen Grammophon sein und hier auch unser Know-how einbringen. (..) Die gemeinsame Geschichte von Siemens und der Deutschen Grammophon lässt erwarten, dass aus gemeinsamen Projekten etwas Besonderes entsteht."

Stephan Frucht, "Künstlerischer Leiter des Siemens Arts Program und Senior Vice President Culture and Sponsoring"

Plattform für die Deutsche Grammophon-Künstlerfamilie

Die Konzertplattform der Deutschen Grammophon startete im Juni 2020 und bietet seitdem kontinuierlich neue Konzertmitschnitte an. Für 9,90 Euro Eintritt je Konzert können über die Webseite Klassik-Stars wie Rolando Villazón, Xavier de Maistre, Grigory Sokolov oder Anne-Sophie Mutter gesehen und gehört werden. Im Zentrum stehen dabei die "Stars der Künstlerfamilie von Deutsche Grammophon", aber auch Nachwuchskünstler und "Gäste mit herausragenden Einzelprojekten".

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