Festspielsommer

Ausgefächelt: Salzburger Festspiele mit Fächer-Verbot

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Sommer, Sonne, Festspielzeit: Ein wichtiges Accessoire dazu wird nun Opfer der Corona-Prävention. Denn der Kühlung verheißende Fächer fächelt nicht nur die Luft in erhitzte Gesichter.

mit Fächer-Gast: Salzburger Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler (Foto: imago images, Manfred Siebinger)
2020 völlig undenkbar: Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler bei den Salzburger Festspielen 2015 mit einem Festspielsponsor-Repräsentanten und seinem Aerosolverteiler Manfred Siebinger

Die Salzburger Festspiele haben für diese Saison die Benutzung von Fächern während der Vorstellungen untersagt. "Dadurch könnten infektiöse Aerosole, die eigentlich von der Klimaanlage nach oben abgesaugt werden sollen, seitlich verteilt werden, was wir unbedingt vermeiden wollen", sagte Lukas Crepaz, der als kaufmännischer Direktor der Festspiele auch für die Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen verantwortlich ist, in einem dpa-Interview. Ein entsprechender Hinweis wurde nachträglich in die Lautsprecheransage aufgenommen, die vor Beginn jeder Aufführung in deutscher und englischer Sprache zu hören ist.

"Das Präventionskonzept greift seit Beginn der Proben mit mehr als 1000 Mitwirkenden, wobei wir regelmäßig noch kleinere Details nachjustieren."

Als eines der wenigen Kulturfestivals weltweit wurden die Salzburger Festspiele, die in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen feiern, nicht wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Dafür gelten strenge Hygieneregeln. So müssen sich alle Künstlerinnen und Künstler regelmäßig testen lassen sowie ein Kontakt- und Gesundheitstagebuch führen. In den Sälen werden nur rund zwei Drittel der Plätze besetzt, außerdem gibt es nur Aufführungen ohne Pause und eine Maskenpflicht, die von zahlreichen Saaldienern kontrolliert wird.

Appell an die Eigenverantwortung

Nach anfänglichen Problemen insbesondere bei der Einhaltung der Sicherheitsabstände, die am Eröffnungswochenende auch in den Medien thematisiert wurden, verhalte sich das Publikum mittlerweile
"vorbildlich", sagte Crepaz. Wenn sich gelegentlich im Inneren der Festspielhäuser Menschenansammlungen bildeten, sei dies angesichts der geltenden Maskenpflicht wenig problematisch. Für die Verhältnisse außerhalb der Spielstätten seien die Festspiele nicht verantwortlich. "Wir appellieren deshalb an die Eigenverantwortung der Besucherinnen und Besucher."

Es gibt noch Karten

Beim Kartenverkauf sei keine Corona-bedingte Zurückhaltung des Publikums festzustellen. Von den in diesem Jahr aufgelegten 76 000 Eintrittskarten seien noch rund zehn Prozent nicht verkauft worden. "Dies entspricht exakt den Prozentwerten der vergangenen Jahre."

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