Musik bei Infektionsgefahr

Testphase für Konzerte mit mehr Besuchern in Bayern verlängert

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In Bayern werden bestimmte Kulturveranstaltungen weiter von Gesundheitsfachleuten begleitet und Corona-Schutzmaßnahmen damit gestestet. So sind in München und Nürnberg weiterhin Konzerte mit 500 Besucher*innen möglich.

Konzertsaal der Philharmonie im Gasteig in München (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Matthias Schönhofer/Gasteig München GmbH)
Gut vier von fünf Plätzen werden auch trotz Probebetrieb leer bleiben: der Konzertsaal der Münchner Philharmoniker im Gasteig in München. Matthias Schönhofer/Gasteig München GmbH

Das zuständige Ministerium hat in Bayern den Testbetrieb für die Bayerische Staatsoper, den Gasteig und die Nürnberger Meistersingerhalle um zwei Wochen, bis zum 14. Oktober, verlängert. Damit dürfen dort weiterhin Veranstaltungen mit 500 statt nur 200 Zuschauern stattfinden. So sollen "weitere praktische Erkenntnisse und Erfahrungen – auch bei steigenden Infektionszahlen" gesammelt werden, "um verantwortungsvolle Entscheidungen treffen zu können“, so Kunstminister Bernd Sibler (CSU). Ende August war vom Bayerischen Kunstministerium beschlossen worden, mit einer Sonderregelung die Hygienemaßnahmen bei Kulturveranstaltungen auch bei höheren Besucherzahlen zu testen.

"Mit dem Pilotversuch an der Bayerischen Staatsoper loten wir unsere Möglichkeiten hinsichtlich höherer Besucherzahlen bei kulturellen Veranstaltungen und dem verantwortungsvollen Umgang mit dem Corona-Virus aus. Ziel ist die Stärkung von Kunst und Kultur in Bayern."

Münchner Philharmoniker nachträglich auch im Testbetrieb

Die ursprünglich von der Sonderregelung nicht begünstigen Münchner Philharmoniker hatten im September vor ihrem Saisonauftakt am 11. September einen Brandbrief an Ministerpräsident Söder geschrieben. Sie befürchteten wegen der Corona-Zuschauerbeschränkungen den Kollaps der Kulturwelt. Daraufhin wurde zwischen Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) der Probebetrieb auf den größten Konzertsaal der Landeshauptstadt, den Gasteig, ausgeweitet.

Die Philharmonie im Gasteig fasst normalerweise 2400 Zuschauer. "Die Erhöhung auf 500 Personen kommt gerade zur rechten Zeit", sagte Paul Müller, Intendant der Philharmoniker. Der Schritt sei "perspektivisch von enormer Bedeutung". Ansonsten gilt in ganz Bayern für Kulturveranstaltungen in geschlossenen Räumen wegen der Corona-Pandemie immer noch eine generelle Besucher-Obergrenze von 200 Zuschauern.

Kein Erfolg für Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks (BRSO)

In dem Brief an Söder hatten die Philharmoniker zusammen mit dem BRSO eine "angemessene" Erhöhung der Zuschauerzahlen in allen Spielstätten gefordert und dabei auf die guten Erfahrungen der Salzburger Festspiele mit bis zu 1.000 Zuschauern in einem Saal verwiesen. Während die Philharmoniker mit dem Brief Erfolg hatten, bleibt für das BRSO alles wie gehabt. Bei seiner Saisoneröffnung am 24. September mit dem Pianisten Igor Levit im Münchner Herkulessaal musste das Orchester weiterhin vor einem Mini-Publikum musizieren.

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SWR