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Sieben Filme von und mit Marina Abramović und sieben verschiedene Arien, in denen Maria Callas als Interpretin glänzte. Die Abramović-Performance hat nun Premiere an der Bayerische Staatsoper.

Performance-Künstlerin Marina Abramovic agiert im Nationaltheater während einer Fotoprobe für das Stück "7 Death of Maria Callas" auf der Bühne. (Foto: picture-alliance / Reportdienste,  Sven Hoppe)
„Für Maria Callas war der Mann, der sie auf der Opernbühne tötete, immer Aristoteles Onassis gewesen.“ (Marina Abramović in ihrer Autobiografie) Sven Hoppe

Mit der Uraufführung "7 Deaths of Maria Callas" der Performance-Künstlerin Marina Abramović (73) startet die Bayerische Staatsoper in München heute, 1. September, in die neue Spielzeit. "Es geht um das Sterben an einem gebrochenen Herzen, um den Tod aus Liebe", hatte Abramović, die seit ihrer Kindheit für die Operndiva schwärmt, zuvor erklärt. Die Künstlerin hat für ihr Projekt mit dem US-Schauspieler Willem Dafoe (65) sieben Filme gedreht, in denen sie Bühnentode aus Opern wie "Carmen" oder "La traviata" sterben wird. Wenn es am Ende um den realen Tod der berühmten Sopranistin geht, werde Abramovic selbst auf der Bühne stehen, teilte die Staatsoper mit.

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Uraufführung aufgrund Corona-Pandemie verschoben

Die Arien stammen aus Werken von Vincenzo Bellini, Georges Bizet, Gaetano Donizetti, Giacomo Puccini und Giuseppe Verdi. Der Komponist Marko Nikodijević (40) hat zusätzliche Musik geschrieben. Eigentlich sollte das Opernprojekt bereits im April groß gefeiert werden. Weil das Haus wegen der Corona-Pandemie aber in dieser Zeit geschlossen war, wurde die Uraufführung verschoben.

Übertragung am 5. September bei Arte Concert

Trotzdem gibt es auch jetzt noch Einschränkungen. So sind in der Staatsoper mit eigentlich mehr als 2.000 Plätzen wegen der coronabedingten Abstands- und Hygieneregeln nur 200 Zuschauer zugelassen. Vier weitere Vorstellungen sind noch geplant. Wer kein Ticket ergattern konnte, kann sich "7 Deaths of Maria Callas" auch von zu Hause aus ansehen. Am Samstag, 5. September, um 18.30 Uhr wird die Vorstellung kostenfrei auf Arte Concert übertragen.

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