Jazz „Poems for Orchestra" mit Anders Jormin

Von Georg Waßmuth

Der 1957 geborene, schwedische Kontrabassist Anders Jormin ist nicht nur ein herausragender Jazz-Musiker, sondern auch sehr erfolgreich als Bandleader und Komponist. Bei dem kleinen Label „Losen Records“ hat er nun unter dem Titel „Poems for Orchestra“ eine neue, ambitionierte CD veröffentlicht. Mitgewirkt haben herausragende Musiker: neben der Bhuslän Big Band die Japanerin Karin Nakagawa (Koto) und die Sängerin Lena Willemark.

Musikalisches Aufblühen poetischer Texte

Für seine neue CD ließ sich Anders Jormin von den besten skandinavischen Poeten inspirieren. Ihre Gedichte dienten als Basis für „Poems for Orchestra“. In seinen Kompositionen blühen die poetischen Texte geradezu auf, erhalten Raum und Sphäre.

Auserlesene Besetzung

Anders Jormin hat für seine Produktion eine auserlesene Besetzung mobilisiert. Da ist die große Bhuslän Big Band, ein Profi-Ensemble aus der Nähe von Göteborg, das auf jeder Position exzellent besetzt ist. Ein sehr reizvolles Kolorit steuert zudem die Japanerin Karin Nakagawa mit ihrer Koto, einer 13saitigen Zither bei. Den anspruchsvollen Vokalpart hat auf Wunsch von Anders Jormin die Sängerin Lena Willemark übernommen.

Lena Willemark als fantastische Sängerin

Anders Jormin: „Lena ist vielleicht eine der besten und interessantesten Künstlerinnen, die wir in Schweden haben. Sie ist gleichermaßen eine fantastische Geigerin wie Sängerin. Ihre Fähigkeit, Poesie zum Leben zu erwecken, ist einmalig und es war ein großes Vergnügen gemeinsam mit ihr zu arbeiten."

Kompositionen voller Ruhe und Gelassenheit

Anders Jormin ist ein Nordmann wie aus dem Bilderbuch. Er strahlt Ruhe und Gelassenheit aus, das hört man auch seiner Musik an. Der Bassist sitzt sehr gerne in seinem Sommerhaus am Meer. Dort kann er in aller Ruhe seine Kompositionen vorbereiten.

Namenlose Leuchtturmschicksale

Anders Jormin: „Mein Blick streift dabei auch immer wieder zu einem alten Leuchtturm. Ich muss dann stets an die phänomenalen Leute denken, die viele Jahre isoliert auf so einer Position ausgehalten haben. Sie waren so wichtig für uns alle! Die Gefahren des Meeres wurden von ihnen überwacht und die Transportwege gesichert. Sie führten ein faszinierendes Leben in der Einsamkeit. Eines meiner Stücke ist eine Hommage an all diese Namenlosen."

Vielfältige musikalische Einflüsse als persönliche Bereicherung

Musiker aus dem Hohen Norden wie er, erzählt Anders Jormin, hätten gelernt, die verschiedensten Einflüsse in ihre Musik zu integrieren. Dabei sei es egal, ob sie von der klassischen oder von Volksmusik inspiriert würden. „Für unsere Art Jazz zu machen, ist das jedenfalls typisch und für mich persönlich sehr bereichernd."

Absolut hörenswerte CD

Mit „Poems for Orchestra“ legen Anders Jormin und sein Ensemble eine absolut hörenswerte CD vor. Der musikalische Horizont im Norden ist weit und die Kompositionen wie die Interpreten werden jedem Anspruch gerecht. Anders Jormin ist über das Wochenende wieder in seinem Sommerhaus am Meer. Auf neue Stücke aus seiner Feder darf man gespannt sein.

CD-Tipp am 12.7.2019 aus der Sendung „SWR2 Journal am Mittag“

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