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Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin geht kopflos in die nächste Saison. Der bisherige Orchesterdirektor verlässt das Orchester. Aber niemand findet sich für seine Stelle.

Alexander Steinbeis, Orchesterdirektor von dem Deutschen Symphonie-Orchester (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Lisa Ducret/dpa)
Kündigte bereits vor einem Jahr als Orchesterdirektor des Deutschen Symphonie-Orchesters in Berlin: Alexander Steinbeis, ab 29.7. im Sabbatical Lisa Ducret/dpa

Die Deutsche Orchestervereinigung macht sich Sorgen um einen qualifizierten Nachwuchs im Orchestermanagement. Aktueller Anlass ist das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin (DSO), dem es nicht gelungen ist, innerhalb eines Jahres einen geeigneten neuen Orchestermanager zu finden.
"Das Lehrangebot für Orchestermanagement wird immer weiter ausgedünnt“, sagt Gerald Mertens, Geschäftsführer der Deutschen Orchestervereinigung (DOV). "Bundesweit gibt es nur einen einzigen Masterstudiengang für Theater- und Orchestermanagement in Frankfurt am Main,“ weshalb dringend neue Ausbildungsangebote geschaffen werden müssen.

"Gesucht wird eine Persönlichkeit, die gemeinsam mit Robin Ticciati und dem DSO die Rolle eines bedeutenden Symphonieorchesters im 21. Jahrhundert entwickeln möchte."

"Der*die Orchesterdirektor*in leitet den Betrieb künstlerisch-administrativ im Rahmen der künstlerischen Vorgaben des Chefdirigenten, ist verantwortlich für das Kostencenter und arbeitet vertrauensvoll mit dem Orchester und den Mitarbeitergremien zusammen."

Stellenausschreibung DSO

Bisherige Lehrangebote eingestellt

Ein entsprechendes Lehrangebot im Kulturmanagement an der FU Berlin wurde schon vor Jahren eingestellt. Der Masterstudiengang für Kultur- und Tourismusmanagement an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) mit einem entsprechenden Seminarangebot läuft jetzt sogar komplett aus, beklagt die DOV.

"An den Hochschulen müssen neue Ausbildungsangebote für zukünftige Orchestermanager*innen geschaffen werden. Sonst überlässt man eine hochkomplexe Führungsaufgabe zwischen Musik und Management zunehmend nur noch Seiteneinsteigern aus anderen Berufsfeldern.“

Gerald Mertens, Geschäftsführer der DOV

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