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"Wir freuen uns mit Euch, den Nibelungen-Wald zum Leben zu erwecken." Mit diesen Worten beendete Tenor Andreas Schager seinen Facebook-Aufruf für die Baumpflanzaktion „Opera meets nature“, die nun startet.

Vor dem Wiesbadener Staatstheater soll am morgigen Klimastreiktag, 29. November, eine acht Meter große "Weltesche" gepflanzt werden. Die Pflanzung ist Auftakt der Initiative "Opera meets nature“, die der Tenor Andreas Schager bereits im August ins Leben gerufen hat. Mit Unterstützung des Hessischen Staatstheaters werden seit dem Sommer Spenden gesammelt, um im Wiesbadener Forst einen "Nibelungenwald" mit 20.000 Eichen und Weißtannen aufzuforsten - als Zeichen für den Kampf gegen den Klimawandel. Nach Angaben der Initiative soll das Projekt auf andere deutsche Opernhäuser ausgeweitet werden.

"Ein solcher Impuls aus dem Bereich der Oper, der Kunst wird nicht erwartet und überrascht, aber er kann viel Gutes für den deutschen Wald, die Natur und unser Klima bewirken."

Aus dem Aufruf von "opera meets nature"
Andreas Schager  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Christian Fürst)
Der Initiator Andreas Schager - hier in der Titelrolle des Parsifal an der Hamburger Staatsoper Christian Fürst

Der österreichische Tenor Andreas Schager (48) sieht als beste und altbewährte Lösung zur Reduktion der CO2-Emissionen, Bäume zu pflanzen. Daher startete er die Aktion. Der Opernsänger gehört zum Ensemble der Berliner Staatsoper Unter den Linden und tritt dort wie in Wiesbaden und bei den Bayreuther Festspielen regelmäßig als Wagnerinterpret auf.

"Mit unser Aktion wollen wir vor allem das Bewusstsein schärfen und nicht bloß reden, sondern etwas tun. Die richtige Einstellung ist das Entscheidende."

Heldentenor Andreas Schager in der "Frankfurter Rundschau"

Wagners Weltesche

Die Weltesche taucht auch in Wagners Ring des Nibelungen auf - als Ursprung des Lebens, der durch das menschliche Handeln Schaden nimmt. Im Gegensatz zu Wagners Welt soll aber im Stamm der Weltesche kein "Nothung" stecken. Vor dem Staatstheater soll das Schwert stattdessen in einem tonnenschweren Findling aus der niederösterreichischen Heimat Schagers stecken. "Viele werden dran ziehen, aber keiner wird wohl das Schwert heraus bekommen", ist sich Schager sicher, wie er der "Frankfurter Rundschau" mitteilte.

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