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Bands und Musiker sollten im November keine Musik mehr kostenlos online stellen, fordert der Freiburger Markus Schumacher, Musiker der Band „Äl Jawala“ und Manager der Musikeragentur „Black Forest Voodoo“. Das Bündnis „Alarmstufe Rot“ hatte für Montagabend, den 2. November dazu aufgerufen, mit „Beiträgen der Stille“ gegen die Schließung der Kulteinrichtungen zu protestieren.

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Die Münchner Philharmoniker etwa wollten so unter dem Hashtag #sangundklanglos gegen die Auswirkungen des Teil-Lockdowns auf die Kultur protestieren. „Die Aktion geht nicht weiter genug“, sagt Schumacher. Auch hier würden Kulturschaffende wieder kein Geld verdienen. Er plädiert vielmehr dafür, dass im gesamten Monat keine kostenlosen Musik-Angebote online gestellt werden sollten. Damit solle dem Entwertungs-Trend in der Kultur, der bereits mit Spotify begonnen habe etwas entgegen gesetzt werden.

Problematisch sei natürlich, dass durch Stille Aufmerksamkeit im Netz für Künstler*innen schwinde und überhaupt eine „stille Aktion“ nötig sei, um den Blick der Menschen auf die Probleme der Musiker*innen zu lenken. Außerdem, so Schumacher, sei der Effekt bei einem Orchester wie den Münchner Philharmonikern natürlich ein anderer wie wenn „nur drei Menschen auf der Bühne still sind“.

Mit seiner Freiburger Band Äl Jawala will Schumacher im November nichts kostenlos ins Netz stellen und damit anderen ein Vorbild sein.

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