Schule mit Corona

Musikrat sieht Musikunterricht an Schulen bedroht

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Seit Beginn der Corona-Pandemie ist der Musikunterricht an vielen Schulen zugunsten der Kernfächer ausgefallen oder massiv eingeschränkt worden. Mit dem Schulbeginn droht die Fortsetzung des Missstandes.

Schüler singen im Chor (Foto: SWR)
Auch in Baden-Württemberg in Räumen noch unerwünscht: Gemeinsames Singen soll im Freien stattfinden.

Der Deutsche Musikrat sieht coronabedingt den Musikunterricht an den Schulen in Gefahr und ruft zu mehr Kreativität auf. "Wenn wir jetzt keine Wege finden, einen qualifizierten Musikunterricht unter den entsprechenden Hygiene-Auflagen in Schulen wieder zu ermöglichen, werden mittelfristig die ohnehin schon brüchigen Infrastrukturen der musikalischen Bildung noch weiter geschwächt", sagte Generalsekretär Christian Höppner am Dienstag, 11. August, in Berlin anlässlich des Schulbeginns in mehreren Bundesländern.

"Wir müssen lernen, mit Corona zu leben, ohne unser kulturelles Selbstverständnis dem Virus zu opfern – mit Kreativität, Verstand und Pragmatik."

Für guten Musikunterricht fehlen auch geeignete Lehrkräfte

Seit Monaten fielen Unterricht und Aktivitäten wie Singen und Ensemblespiel aus, so der Musikrat. In einigen Bundesländern bleibt dies auch weiterhin zur Ansteckungsprävention verboten. Die aktuelle Diskussion offenbare zugleich eine veraltete Vorstellung von Musikunterricht, so Höppner weiter. Dieser sei bei weitem nicht auf gemeinsames Singen beschränkt. Komponieren oder Musikgeschichte seien ebenfalls Teil des Musikunterrichts.
Unabhängig von der aktuellen Situation erinnerte der Musikrat nochmals daran, dass an Deutschlands Grundschulen Tausende von Lehrkräften für einen qualifizierten Musikunterricht fehlen.

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