Musikstück der Woche

Martin Helmchen spielt Ludwig van Beethoven: Klavierkonzert Nr. 2 B-Dur op. 19

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Beethovens Klavierkonzert Nr. 2 B-Dur op. 19 ist eigentlich sein erstes: Er komponiert es bereits 1790 als junger Mann in Bonn und nimmt es mit nach Wien, wo er es bis zur Veröffentlichung 1801 immer wieder umarbeitet.

Sie hören das Werk als Musikstück der Woche mit dem Pianisten Martin Helmchen, begleitet vom Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR unter Andrés Orozco-Estrada.

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Beethovens langer Begleiter

Das Konzertpodium ist Beethovens Zuhause. Als Pianist begeistert er das Publikum und schreibt sich selbst die Musik dafür.

Bereits als 14-jähriger, frisch als Cembalist und Organist im Dienst der Bonner Hofkapelle, versucht er, ein Klavierkonzert zu komponieren. Doch es fehlt ihm noch an praktischer Orchestererfahrung. Die sammelt er ab 1788 als Bratscher in der kurfürstlichen Instrumentalmusik, so dass er zwei Jahre später die erste Version seines B-Dur-Klavierkonzertes beenden kann.

Eine Aufführung des Werkes aus dieser frühen Bonner Zeit ist nicht belegt, wohl aber der tiefe Eindruck, den Beethovens Spiel bereits damals beim Publikum hinterlässt.

„Noch hörte ich einen der größten Spieler auf dem Klavier, den lieben guten Beethofen (…) Sein Spiel unterscheidet sich so sehr von der gewöhnlichen Art, das Klavier zu behandeln, daß es scheint, als habe er sich einen ganz eigenen Weg bahnen wollen, um zu dem Ziel der Vollendung zu kommen, an welchem er jetzt steht.“

Improvisationskünstler

Es sind Beethovens Fähigkeiten als Virtuose, die ihm nach seinem Umzug nach Wien Zugang zu den höchsten Kreisen verschaffen. Vor allem seine Improvisationen versetzen die Hörer*innen in Staunen. Auch den Solopart seiner Klavierkonzerte improvisiert er.

Als er sich in Wien dem Publikum mit seinem B-Dur-Klavierkonzert präsentiert, arbeitet er das Werk um, 1794 komponiert er sogar einen komplett neuen Schlusssatz. Doch nur die Orchestermusiker*innen bekommen Noten auf die Pulte.

„Beim Vortrage seiner Concert-Sätze lud er mich ein, ihm umzuwenden; aber – hilf Himmel – das war leichter gesagt als getan; ich erblickte fast lauter leere Blätter; höchstens auf einer oder der anderen Seite ein paar, nur ihm zum erinnernden Leitfaden dienende, mir rein unverständliche egyptische Hieroglyphen hingekritzelt (…).“

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