Musikstück der Woche

Robert Neumann spielt Haydns Klaviersonate Nr. 34 e-Moll

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Man darf gratulieren: Im Oktober 2021 hat der Pianist und SWR2 New Talent Robert Neumann den Opus Klassik als Nachwuchsstar des Jahres bekommen. 20 Jahre jung und ohne Lampenfieber unterwegs! Wie sehr er Haydn mag, kann man der Aufnahme aus dem Ettlinger Schlosskonzert anhören.

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Viel zu schade für den Unterricht

Es ist noch nicht lange her, da galten Haydns Klaviersonaten als bekömmliche Kost für Klavierschüler*innen. Und Haydn als Ideenlieferant für Mozart und Beethoven, aber selbst nicht wirklich originell. Inzwischen wissen es die Pianist*innen besser: Haydns etwa 60 Klaviersonaten bieten enorm viel: Leichtigkeit und Ernst. Kraft und Melancholie. Besonders gilt das für die Klaviersonate Nr. 34 e-Moll, die mit einem Fuß in der Romantik steht.

Ein Brückenschlag vom Barock in die Romantik

Haydn ist 1732 geboren, hat also ein barockes „Standbein“. Aber seine e-Moll-Sonate blickt weit nach vorn. Gleich überm 1. Satz liegt ein melancholischer Schatten. Drängend und zögernd zugleich, voll Unrast und Erregung. Ein Brückenschlag vom Barock in die Romantik. Umso deutlicher kann man das hören, wenn man dafür ein modernes Tasteninstrument wählt.

Haydn hat seine frühen Sonaten alle fürs Cembalo geschrieben, erst nach 1770 bekam er ein eigenes Fortepiano, das damals neue Möglichkeiten bot, dynamisch zu differenzieren, also laut und leise zu spielen, und das noch fein abgestuft.

Seine e-Moll-Sonate ist etwa um diese Zeit herum entstanden, aber Haydn überlässt es den Spielern, welches Instrument sie wählen. Das Pianoforte unterstreicht den melancholischen Grundton der Sonate. Und erst recht der moderne Konzertflügel, den Robert Neumann spielt.

Robert Neumann

Robert Neumann, 2001 in Stuttgart geboren, spielt Klavier seit er vier ist. Danach war er Jungstudent an der Freiburger Musikhochschule, zur Zeit studiert er in Berlin. Seit 2018 fördert ihn SWR2 als „SWR2 New Talent“.

Gerade hat er einen Opus Klassik als „Nachwuchskünstler des Jahres 2021“ bekommen für die SWR-Produktion „Robert Neumann: Bach – Chopin – Rachmaninow“ (SWRmusic). Robert Neumann spricht Griechisch, Russisch und Deutsch, komponiert und spielt „hobbymäßig“ Geige.

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