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Er ist Dvořák-Fan. Und belegt es. Der britische Dirigent Karel Mark Chichon hat in seiner Zeit als Chefdirigent der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern begonnen, alles einzuspielen, was Dvořák an Sinfonischem komponiert hat. Zu Dvořáks eher kleinen sinfonischen Häppchen zählt die Ouvertüre „In der Natur“. Musik, die zumindest vom Titel her Dvořáks große Liebe anspricht: die Natur!

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Mit Strohhut und Trinkflasche

Antonín Dvořák war ein Naturmensch. Gerne wandert er durch die böhmischen Wälder. Im Sommer pflanzt er – den Strohhut auf – Bäume im Garten seines Sommersitzes in Vysoká und züchtet Tauben.

Oft verlässt er früh am Morgen das Haus, Spazierstock und Trinkflasche dabei und ein Buch über die Liedkunst von Vögeln, die er an Bachläufen belauscht. Die Natur ist eine große Inspirationsquelle für ihn, und er beschreibt sie in vielen seiner Werke.

Zwitschern hier auch Vögel?

Oh ja, das tun sie, gleich zu Beginn in der Einleitung. Mal zwitschern die Bläser, mal die Geigen – ein munteres Vogel-Konzert, wie man es jetzt im Frühjahr morgens so meisterlich von den Originalen präsentiert bekommt.

Auch wählt Dvořák als Tonart F-Dur, die Tonart von Hirtenmusik und Pastoralen, und setzt dazu in der Durchführung auch gleich noch das passende Instrument ein: das Englischhorn.

Aber es geht ihm nicht so sehr um Tonmalerei und Programmmusik, sondern allgemein darum, seiner Liebe zur Natur eine Sprache zu verleihen.

Früher zu dritt – heute allein!

Die Konzert-Ouvertüre „In der Natur“ war ursprünglich Teil eines Zyklus' von drei Ouvertüren, die Dvořák „Natur – Leben – Liebe“ nennen wollte. So wurden sie 1892 in Prag auch uraufgeführt unter Dvořáks Leitung. Aber was sich anfangs so friedlich unter einer Opusnummer scharte, wurde mit der Drucklegung jäh voneinander getrennt.

Die Ouvertüren erschienen als drei vollkommen selbständige Stücke: „In der Natur“ op. 91, „Karneval“ op. 92 und „Othello“ op. 93. An ihre gemeinsame Geburt erinnert aber ein Thema, das in allen drei Ouvertüren auftaucht, echte Blutsbande also!

Karel Mark Chichon und die DRP Saarbrücken Kaiserslautern

Karel Mark Chichon war von 2011 bis 2017 Chefdirigent der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern, ein Orchester, das er damals aus zwei eigenständigen Klangkörpern zusammengeführt hat. Erfolgreiche Jahre für ihn, in denen er auch mit der Gesamteinspielung von Dvořáks sinfonischem Werk begonnen hat.

Chichon ist in London geboren, seine Eltern kommen aus Gibraltar, wo er auch aufgewachsen ist und seine Liebe zum spanischen Stierkampf entdeckt hat. Heute ist er Chefdirigent des Orquesta Filarmónica de Gran Canaria.

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